Die georgische Flagge liegt auf den Schultern einer jungen Frau.

Fotografie von Andreas Oetker-Kast. Er kuratierte die Ausstellung zusammen mit Teona Gogichaishvili. Foto: Andreas Oetker-Kast

Eine Geschichte des Widerstands: Ausstellung über die Protestbewegung in Georgien

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Der Titel der 2004 komponierten Nationalhymne Georgiens lautet „Tavissupleba“. Auf Deutsch bedeutet das Wort (auch „Tawisupleba“ geschrieben) „Freiheit“. Und „Tavissupleba | Freiheit“ heißt auch die bewegende Ausstellung, die seit dem 9. April in der Galerie Freelens zu sehen ist. In den Räumen in der Neustadt werden Arbeiten von 13 georgischen Fotografen und Fotografinnen präsentiert.

Im Zentrum der packenden Bilder steht die aktuelle Protestbewegung: Gezeigt werden Menschen, die auf die Straße gehen, wie etwa auf den Fotografien von Giorgi Kolbaia oder Vakho Kareli. Zwar stammen die Fotos aus unseren Tagen, sie erinnern aber gleichzeitig auch an die lange Geschichte des Widerstands des Landes, das 200 Jahre Teil des Russischen Reiches und der Sowjetunion war.

Die Freelens-Galerie zeigt bewegende Bilder der Protestbewegung in Georgien

Die gegenwärtige Lage ist brisant, denn die Putin-nahe Partei „Georgischer Traum“ stellt die aktuelle Regierung, will den Beitrittsprozess zur EU aussetzen und macht politische Gegner durch immer neue Repressionen mundtot.

Europa? Giorgi Kolbaia machte dieses Bild. Giorgi Kolbaia
Eine große EU-Flagge hängt an einem Balkon eines Gebäudes.
Europa? Giorgi Kolbaia machte dieses Bild.

Der Kampf für die Demokratie steht entsprechend im Fokus vieler Bilder der Ausstellung, die von Teona Gogichaishvili und Andreas Oetker-Kast kuratiert wurde. Ein umfassendes Programm mit Buchpräsentation (9.4., ab 19 Uhr), einer Führung (10.4., 16 Uhr), dem Konzert der georgischen Musikerin Mariam Kiria (10.4., 19 Uhr), einem runden Tisch und einer Panel-Diskussion (16.4., 19 Uhr) begleitet die Schau, die auch leisere Bilder zeigt – wie etwa ein Porträt von Tako Robakidze: Sie fotografierte zwei Frauen in Schwarzweiß in inniger Umarmung, ein Moment größter Nähe.

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So formt sich beim Betrachten ein Bild eines Landes im Umbruch, in dem sich die Zivilgesellschaft erneut gegen autoritäre Bestrebungen zur Wehr setzen muss.

Die Ausstellung wird vom Arbeitskreis Demokratie, einer Initiative von Mitgliedern des Freelens e.V., organisiert und unter anderem von der Heinrich Böll Stiftung, der Karin und Uwe Hollweg Stiftung und Reporter ohne Grenzen unterstützt.

Freelens Galerie: bis 30.4., Mo-Do 10-18 Uhr, Fr 10-16 Uhr (Vernissage: 9.4., ab 19 Uhr), Alter Steinweg 15

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