Ein herrliches Kunst-Theater: „Schattendramen“ im Ernst-Barlach-Haus
Die Beziehung zwischen bildender Kunst und Theater ist enger, als es auf den ersten Blick scheint – auch das zeigt uns jetzt die Ausstellung „Schüttelt Schattendramen aus dem Ärmel“ von Ulla von Brandenburg im Ernst-Barlach-Haus. Die 1974 in Karlsruhe geborene und in Paris lebende Künstlerin schafft Gesamtkunstwerke aus Malerei, Skulptur, Textilarbeiten, Film und Performances – und verwandelt Museen in Theaterbühnen.
Vor allem die japanische Kultur hat es Ulla von Brandenburg angetan. Das japanische Figuren- und Puppentheater, Kultur und Architektur, traditionelle Textilien, Volksglaube, Schattenspiel und Rituale: All das zaubert sie jetzt ins Ernst-Barlach-Haus im Jenischpark.
Der Vorhang als zentrales Element

Im Kern teilen bildende Kunst und Theater ja auch eine zentrale Frage: Wie lässt sich Wirklichkeit so formen, dass sie erfahrbar wird? Die Kunst antwortet mit dem stillen, konzentrierten Bild – das Theater mit der lebendigen, vergänglichen Handlung. Diese beiden Sphären werden nun in einer Ausstellung verbunden, in der es auch um Körper und Wahrnehmung geht: ein Gesamtkunstwerk, das Räume und Bühnen zwischen Illusion und Realität schafft – sinnlich und vielschichtig.
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Ein ganz zentrales Element dieser Kunst ist der Vorhang: Er markiert die Schwelle zwischen Sichtbarkeit und Verbergen, zwischen Öffentlichkeit und Intimität. Er ist Bildträger, Raumteiler und symbolisches Instrument.
Und das Publikum? Das wird Teil der Inszenierung, bewegt sich in ihr wie in einem lebendigen Tableau. Man wird also Teil der Ausstellung, die uns auf spannende Weise vor Augen führt, dass Kunst nicht nur Bild, sondern auch Handlung ist. „Schüttelt Schattendramen aus dem Ärmel“ ist eine Ausstellung wie eine Reise in eine andere Welt!
Ernst-Barlach-Haus: Bis 7.6., Di–So 11-18 Uhr, im Jenischpark, Baron-Voght-Straße 50A, 9/6 Euro (bis 18 Jahre frei), barlach-haus.de

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