Diese Show macht schwindelig: Die neue Varieté-Saison im Hansa-Theater
Mal heißt es Juwel, dann wieder Schmuckschatulle – kostbar ist das Hansa-Theater allemal. Und es kostete in diesem Jahr auch einiges: Für 1,2 Millionen Euro wurde es saniert, um am Premieren-Abend in neuem Glanz zu erstrahlen. Der gute Zustand des über 130 Jahre alten Hauses war eine von vielen Überraschungen zum Saisonstart.
Traditionell eröffnen die Intendanten Thomas Collien und Ulrich Waller die Spielzeit auf der Bühne in verrückten Verkleidungen: 2025 waren sie als Statler und Waldorf – die zwei meckernden Alten aus der Muppet-Show – kaum zu erkennen. Zu meckern gab’s dann aber eher wenig, denn seit der Wiederbelebung des Varieté-Theaters vor 17 Jahren schreiben die beiden die Erfolgsgeschichte des Hauses weiter, in dem schon Größen wie Josephine Baker und die Comedian Harmonists auftraten. Heutige Acts sind ähnlich sensationell.
Hansa-Theater: Trapez-Show, Balance-Akt und ein verzaubertes Publikum
Charlotte O’Sullivan (Nichte des Singer-Songwriters Gilbert) verblüfft mit ihrer „(H)Air Suspension“: An den eigenen Haaren aufgehängt, tanzt sie in der Luft wie andere am Trapez. Mr. and Mrs. G. sind Weltrekordhalter im Bogenschießen, weder Ballon im Mund noch Apfel auf dem Kopf überleben den Abend. Zu Publikumslieblingen werden zwei ukrainische Pantomimen mit fantastischem schwarzen Theater: Sie teilen sich optisch mal längs, mal quer und leuchten als halbierte Menschen vor dunklem Hintergrund. Einer der Black Eagle Brothers wird vom anderen mit Füßen gedreht, gewendet.

Ähnlich schwindelig macht das Duo Vilja, Schwestern aus Schweden, die ihre vier Arme und Beine so verflechten, dass unklar ist, welche Gliedmaßen wem gehören. Maxim Kriger stapelt wackelige Gegenstände übereinander und triumphiert dann selbst obenauf, Paul Ponce jongliert Keulen, bis sie wie Propeller aussehen. Winston Fuenmayor ist drei Künstler in einem: Als Magier, Jongleur und Clown verzaubert er das Publikum mit Spielkarten, die aus dem Nichts auftauchen.
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Passgenau begleiten die Hansa-Boys jede Nummer. Konkurrenz bekamen sie am Premierenabend von einer anderen Boygroup: Den drei „Söhnen Hamburgs“ – Rolf Clausen, Stefan Gwildis und Joja Wendt – machte es mächtig Spaß, singend die Gastgeber zu spielen.
Hansa-Theatersaal: bis 8.3.2026, Mi-Sa 19.30 Uhr, Sa auch 15.30, So 14.30 und 18.30 Uhr, 49,90-74,90 Euro, Tel. 47 11 06 44, hansa-theater.de

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