Diese Ähnlichkeit ist kein Zufall: „Der König stirbt“ – ein Stück für unsere Zeit
Trump, natürlich! Tim Porath tritt uns als König entgegen und seine Worte und seine Gesten lassen uns keine andere Möglichkeit, als sofort an den derzeitigen US-amerikanischen Präsidenten zu denken. Das ist weder Zufall noch wirklich originell. Und dennoch zeigt es uns gleich in den ersten Minuten: Das hier hat etwas mit uns zu tun, uns armen Tröpfen, die wir von einem verfallenden und allem Anschein nach innerlich und äußerlich verfaulenden Quasi-Diktator abhängig sind. Dabei geht es nicht darum, wie es dazu kommen konnte. Sondern eher: Was machen wir damit?
Das Stück des rumänisch-französischen Dramatikers Eugène Ionesco gehört zum Genre des absurden Theaters aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts (dessen berühmtester Vertreter Samuel Beckett war). Es spielt in einem nicht näher bezeichneten Königreich, wo das Oberhaupt, wie der Titel verrät, kurz vor dem irdischen Abdanken ist. Seine beiden Frauen wissen es, seine Bedienstete weiß es, seine Untertanen wissen es – wobei sich deren Zahl unerklärlicherweise dramatisch reduziert. Selbst die Natur scheint es zu wissen und treibt seltsame Sperenzchen.
„Der König stirbt“: Ein exemplarisches Stück für unsere Zeit
Regisseurin Jessica Weisskirchen inszeniert „Der König stirbt“ nun in der kleinen Box des Thalia in der Gaußstraße. Neben Porath sorgen Moné Sharifi und Patrick Bimazubute (als die beiden Königinnen) und Pauline Renevier als Julchen – buchstäblich das Mädchen für alles – für körperlich anspruchsvollen Schwung auf den goldenen Riesenbauklötzchen in unterschiedlichen Formen, die den Spielraum permanent und effizient verwandeln.
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Genauso, wie uns das perverse Schauerstück in Washington bestürzt und gleichzeitig belustigt, wo der fragile Herrscher immer wieder wegnickt, während er und seine Bande in Worten Kraft und Männlichkeit behaupten, ist dieser König nicht bereit oder willig, sich seinem Schicksal zu fügen. Das ist alles schlüssig, flott und unterhaltsam. Ein exemplarisches Stück für unsere Zeit.
Thalia Gaußstraße: 7./13./17.5., div. Zeiten, 20 Euro, Tel. 32 81 44 44, thalia-theater.de

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