„Die Unmöglichen“: Drei Leben, eine Entscheidung

Ein Mann in grauem Strickpullover
Thomas Loibl spricht gemeinsam mit Claudia Michelsen das Ehepaar, das sich zwischen einem ihrer drei Embryonen entscheiden muss.

Wann beginnt Leben? Wenn sich Ei- und Samenzelle treffen oder erst deutlich später? Die Antwort variiert, je nachdem wen man fragt: Mediziner, Kirchenvertreter oder Eltern mit verzweifeltem Kinderwunsch. Letztgenannte neigen zu einer eigenen Definition, da für sie künstliche Befruchtung oft als letzte Hoffnung bleibt.

Um die Erfolgschancen einer solchen Schwangerschaft zu erhöhen und eine Auswahl unter den lebensfähigsten Embryonen treffen zu können, werden im Labor mehrere Zellkulturen angelegt. Irgendwann muss dann jemand entscheiden, welcher Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt wird. Kriterium: derjenige mit dem höchsten Einnistungspotenzial. Aus dieser ethischen Frage entwickelten Paul Plamper und Julian Kamphausen ein erschütterndes Hörspiel: „Die Unmöglichen“ – das sind jene Embryos, die es nicht aus der Petrischale herausschaffen.

Die ethischen Grenzen künstlicher Befruchtung

Eindringlich erzählt wird die Geschichte eines Ehepaars, das zwecks künstlicher Befruchtung Hilfe in einer Privatklinik sucht. Es entstehen drei potenzielle Nachwuchs-Möglichkeiten: Amelie, Max und Fabian. Deren Aussichten werden in drei spekulativen Lebensläufen detailliert fantasiert, von der Geburt bis zum Tod. Können Eltern auf dieser Basis eine Entscheidung treffen, welches das lebenswerteste Leben sein würde? Wie (un)wichtig sind Gene dabei überhaupt? Und sollen Kinder eigentlich glücklich, erfolgreich oder lieber schön werden?

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Das ursprüngliche Hörspiel richtet Simone Henke als 90-minütige szenische Lesung für die Bühne ein. Dort sprechen eine Reihe von Schauspielstars die verschiedenen Charaktere: Claudia Michelsen und Thomas Loibl übernehmen die Rollen der Eltern, umgeben von Devid Striesow, Meret Becker, Matthias Koeberlin und Ronald Zehrfeld. Eine Diskussion um die „assistierte Reproduktion“ dürfte durch diese prägnanten Dialoge erneut befeuert werden.

Laeiszhalle: 17.5., 20 Uhr, Karten ab 57,35 Euro, Tel. 35 76 66 66

Der Plan7 vom 15. Mai 2026
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