Hildegard Knef in einem Kleid mit Pelzkragen auf einem roten Teppich

Geradezu königlich: Hildegard Knef, 1998 von Esther Haase für die „Gala“ fotografiert. Foto: Esther Haase

Ausstellung: Promi-Alarm – jetzt gibt’s Hochglanz in Hamm

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Glossy? Das ist eine Oberfläche, die uns zuruft: „Schau! Mich! An!“ Sie glänzt, spiegelt, funkelt – und wirkt dabei oft irre perfekt. In der zeitgenössischen Kunst ist Glossy – denkt man zum Beispiel an Jeff Koons – aber längst mehr: Es ist ein Stil, ein Statement und manchmal auch eine ziemlich clevere Täuschung. Genau darum geht es in der Gruppenausstellung „Glossy“, die jetzt in der Fabrik der Künste präsentiert wird.

Fotografien aus Hochglanzmagazinen sind zu sehen, zusammengestellt von dem Magazinjournalisten David Baum. Die Ausstellung ist eine Hommage an die (leider inzwischen fast vergangene) Ära der Hochglanzmagazine, an „Tempo“, „Max“, „ID“ oder „Wiener“ – auch in diesen Zeitschriften erschienen viele der Bilder, die nun in der Fabrik der Künste zu sehen sind.

Begehren, Täuschung, Luxus: Ausstellung über Kunst, die blendet

Diese Magazine waren für den Kurator und „Stern“-Autor David Baum Designstücke und Kultobjekte: „Jene Hochglanz-Ära bot Idealbedingungen für Kreative und Fotografen, sie bedeutete die große Freiheit, in der große Kunst entstand, aber auch wundervoller Quatsch“, sagt er. „Heute versickert vieles in den unendlichen Weiten der digitalen Medien. Was und wer in einem Print-Magazin erscheinen durfte, wurde streng kuratiert.“

Ganz still: Rainer Langhans, 2020 von Simon Lohmeyer für den „Stern“ in Szene gesetzt. Simon Lohmeyer
Rainer Langhans sitzt neben mehreren Statuen auf einem Sockel.
Ganz still: Rainer Langhans, 2020 von Simon Lohmeyer für den „Stern“ in Szene gesetzt.

Es sind tolle Bilder in der Ausstellung, etwa von Musik-Star Pete(r) Doherty, den Jan Riephoff für „GQ“ auf Sylt fotografiert hat. Oder von Charlène de Monaco, die Hubertus von Hohenlohe für das „Park Avenue Magazin“ in einem Schwimmbad in Ostia ablichtete.

Zu sehen ist auch der junge Matthias Schweighöfer mit Kippe in Damengarderobe, fotografiert für „Max“ von Cecil Arp im Jahr 2004. Zu den Fotografinnen und Fotografen, deren Bilder gezeigt werden, gehören viele weitere große Namen – etwa Esther Haase, Bryan Adams, Mathias Bothor, Robert Brembeck, Dirk Bruniecki, Peter Rigaud, Christoph Voy und Paul Schirnhofer.

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Zu sehen sind verführerische Aufnahmen, die überaus interessante Fragen stellen und ein bedeutungsvolles Spiel mit Oberfläche und Erwartung spielen. In der Ausstellung geht es um Begehren, Täuschung, Luxus – und die große Frage, wie viel Tiefe unter einer perfekten Hülle stecken kann.

„Glossy“ ist Kunst, die blendet – im besten und (manchmal) auch im kritischsten Sinne. Jede ausgestellte Fotografie ist mit einem QR-Code und damit vielen Hintergrundinformationen versehen – bitte Kopfhörer nicht vergessen!

Fabrik der Künste: bis 1.3., Mi-Fr 14-18 Uhr, Sa-So 12-18 Uhr, Kreuzbrook 12, fabrikderkuenste.de

Der Plan7 vom 6. Februar 2026 MOPO
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