Plan7

Ausstellung „Minimöbel“: Setz dich, Kleines! 

Kind sitzt im roten Sitzsack und liest ein buntes Buch in einem hellen Wohnraum.
Einladend, dieser knallrote Knubbelsessel. Und weil alles so rundlich ist, ist er auch bequem.

Die Ausstellung „Minimöbel: Stühle für Kinder“ im MK&G erzählt Designgeschichte aus zwei Jahrhunderten.

Was verrät ein Stuhl über eine Gesellschaft? Tja, mehr, als man denkt. Er erzählt so einiges davon, wie wir wohnen, arbeiten, erziehen oder auch träumen. Das alles zeigt uns die Ausstellung „Minimöbel“, mit der das Museum für Kunst und Gewerbe dazu einlädt, die Geschichte des Designs aus einer ungewohnten Perspektive zu betrachten: Was macht einen tollen Stuhl aus – aus Kindersicht?

Die Ausstellung versammelt mehr als 130 historische und zeitgenössische Kinderstühle aus über zwei Jahrhunderten – von volkstümlichen Hochstühlen des frühen 19. Jahrhunderts über Jugendstil und Bauhaus bis hin zu Pop-Design und ganz aktuellen Entwürfen unserer Tage.

Mehr als 130 historische Kinderstühle

Dabei zeigt sich: Möbel sind niemals bloß Möbel. Sie sind viel mehr, nämlich gebaute Ideen. Ein Stuhl für Kleine ist immer auch ein pädagogisches Programm, ein gesellschaftliches Ideal oder eine kleine Revolution auf vier Beinen. Soll das Kind aufrecht sitzen? Frei schaukeln? Kreativ zappeln? Oder vielleicht die Welt lieber im Stehen entdecken? All das fragen diese Entwürfe.

Kind lehnt über grauem Elefantenhocker zwischen bunten Kunststoffmöbeln im Innenraum.
Der Elephant von Charles und Ray Eames ist ein Klassiker von 1945!

Die Geschichte des Möbeldesigns lässt sich als fortwährender Versuch lesen, den menschlichen Körper zu unterstützen, in eine bestimmte Position zu zwingen – und manchmal auch zu befreien. Vom repräsentativen Thron über den rationalen Bauhaus-Stuhl bis zum ergonomischen Sitzmöbel unserer Gegenwart spiegeln Möbel die großen Fragen ihrer Zeit. Kinderstühle machen diese Entwicklung besonders sichtbar: Sie zeigen, wie sich unser Verständnis von Kindheit, Lernen und Individualität im Laufe der Zeit verändert hat.

Und weil gutes Design nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden will, setzt die Ausstellung aufs Mitmachen: Besucherinnen und Besucher dürfen ausprobieren, bauen, gestalten und herausfinden, ob ein Stuhl tatsächlich zum Sitzen da ist – oder vielleicht eher zum Spielen, Wippen oder Denken. Echte Ikonen sind natürlich auch dabei wie etwa der „Panton Junior“ von Verner Panton. Und auch ein spannendes Begleitprogramm gibt es, Expertenführung, Designlabor und allerlei Mitmachaktionen.

Museum für Kunst und Gewerbe: bis 1.11., Di-So 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr, 14 Euro

Vier Männer auf dem Cover der „Zeit“ mit der Überschrift „Die Wild Boys kommen!“
Der Plan7 vom 19. Juni 2026

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