Ausstellung in Hamburg: Der etwas andere Blick auf Michael Jackson
Ob „Come Together“ über die Beatles, „Visions“ über Karl Lagerfeld oder zuletzt „Freddie Mercury“ – das Barlach-Kunstmuseum Wedel macht immer wieder mit popkulturellen Ausstellungen auf sich aufmerksam. Derzeit wird den Besucher:innen das ambivalente Wirken und Nachwirken von Michael Jackson nähergebracht.
Da ist der globale Superstar mit der unverkennbaren Stimme und den einzigartigen Tanzmoves, der über eine halbe Milliarde Platten verkaufte und mit Hits wie „Thriller“ oder „Man In The Mirror“ Musikgeschichte schrieb. Da ist der wachsame Mensch, der mit Stücken wie dem „Earth Song“ zukunftsweisend auf Umweltzerstörung aufmerksam machte und Millionen für die Wohltätigkeit und speziell für Kinder spendete. Und da ist die gebrochene Privatperson, die sich mit Kindesmissbrauchsvorwürfen konfrontiert sah, sich zahlreichen Schönheitsoperationen unterzog und abhängig von Schmerzmitteln wurde.
Kritische Auseinandersetzung mit globalisierter Popkultur

„Wir stellen die Dinge so dar, wie sie waren: Die Prozesse gegen Jackson mit ihrem jeweiligen Ausgang. Auch die letzte Dokumentation ,Leaving Neverland‘ kommt vor, eigentlich alle Aspekte seines Lebens“, erklärt Museumskurator Dr. Jürgen Doppelstein und fügt hinzu: „Die Ausstellung gewährt einen neuen, differenzierten Blick auf Michael Jackson, der frei ist von Schwarz-Weiß-Denken und Vorverurteilung. Er war ein sehr weicher Mensch und ein großartiger Künstler.“

Es wird sich dennoch kritisch mit der globalisierten Popkultur und ihrem Starkult auseinandergesetzt und die Frage aufgeworfen, wie eine Gesellschaft mit den Schattenseiten ihrer Idole umgeht. Der chronologische Aufbau der Schau orientiert sich an Jacksons zehn Studioalben. Monatelang hat Doppelstein dafür Bilder und Fotografien aus Privatsammlungen zusammengetragen.
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Visuelles Herzstück ist der Film „This Is It“ von 2009, der die Proben in Los Angeles für Jacksons angekündigte Comeback-Shows in London dokumentiert. Es sollte das große Finale für eine außergewöhnliche Musikkarriere werden. Doch am 25. Juni 2009, nur 18 Tage vor der Premiere, verstarb der King Of Pop an einer Überdosis eines Narkosemittels.
Barlach-Kunstmuseum Wedel: bis 29.3.2026, Di-So, 11-19 Uhr, 12 Euro, Mühlenstraße 1, ernst-barlach.de

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