Menschen stehen an einer Haustür

Die Fotos von Philip Montgomery dokumentieren US-amerikanisches Leben. Foto: PHILIP MONTGOMERY

„American Cycles“: Ausstellung zeigt die harte Realität des Lebens in den USA

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Er ist einer der großen Fotografen unserer Zeit, in Deutschland aber ist Philip Montgomery noch wenig bekannt. Der New Yorker ist nicht nur ein Künstler, sondern ein scharfsinniger Kommentator der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in den USA.

Seine Arbeiten, das zeigt jetzt eine Ausstellung im temporären Haus der Photographie (Phoxxi), sind tief in den Fragen zu Rassismus, sozialer Ungleichheit, der Rolle der Medien und der  Fragmentierung der Gesellschaft verankert. Seine Bilder wurden unter anderem im „New York Times Magazine“, in „Vanity Fair“ und im „New Yorker“ publiziert. Jetzt sind sie erstmals in einer großen Einzelausstellung zu sehen.

New Yorker Philip Montgomery zeigt „American Cycles“ im Phoxxi

Der 1988 geborene mexikanisch-amerikanische Fotograf schuf ikonische Schwarz-Weiß-Bilder – in Minneapolis nach der Ermordung von George Floyd oder in Miami während des Hurrikans „Irma“. Bilder, die zeitlos wirken und gleichzeitig ungemein aktuell und dringlich.

Immer geht es um Macht in seinen Fotos, um Machtstrukturen, die die amerikanische Gesellschaft formen, um Rassenzugehörigkeit und ethnische Identität in einem Land, das von einer tief verwurzelten Geschichte rassistischer Gewalt geprägt ist.

Beim Betrachten von Montgomerys Bildern denken wir an die ganz großen Namen der US-Fotogeschichte, etwa an Gordon Parks, Mary Ellen Mark, Larry Fink, Roy DeCarava, Dorothea Lange, Walker Evans oder W. Eugene Smith – immer wieder hat sich Philip Montgomery selbst als Nachfolger der großen US-amerikanischen „Sozialfotografie“ beschrieben.

Ausstellung zeigt die Kehrseite der USA

Es sind diese sozialen Wunden, die Montgomery uns jetzt in der von Nadine Isabelle Henrich kuratierten Ausstellung „American Cycles“ zeigt: intensive, emotional verdichtete Reportagen. Der Mensch in der Krise, düstere Bilder, dramatische Kompositionen. Rassismus, Armut, Ungleichheit. Er fotografierte Proteste, Polizeigewalt, strukturelle Not – und Donald Trumps ersten Wahlkampf.

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Die Hamburger Ausstellung zeigt die Kehrseite der USA: rund 80 Arbeiten aus den Jahren 2014 bis heute. Zum Teil hart geblitzte Fotos, entstanden etwa in überlasteten Kliniken in New York auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, in Gebieten, die durch Hurrikane und Überschwemmungen verwüstet wurden. Erlesen komponierte Bilder in starken Helldunkel-Kontrasten, die beweisen, dass politische Photographie auch voller Dynamik und surrealer Schönheit sein kann. Eine ganz wichtige Schau!

Deichtorhallen/Phoxxi: 28.11.-10.5. , Di-So 11-18 Uhr, jeden 1. Do/Monat bis 21 Uhr, 9 Euro

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