Alles geht, nur keine „lange“ Weile: Start fürs Kurzfilmfestival
Ist der Kurzfilm die mediale Darreichungsform unserer Zeit? Könnte man meinen, bei sämtlichen Reels, TikToks und anderen Bewegtbildschnipseln, die unsere Aufmerksamkeit beanspruchen (und gleichzeitig unsere Aufmerksamkeitsspanne zerstören). Doch das Kurzfilmfestival Hamburg, das jetzt startet, will was anderes.
Hier geht es weniger um Verkürzung als Verdichtung; statt Häppchen zu servieren, werden Saaten eingepflanzt. Das diesjährige Motto lautet „Listening“ – Zuhören als Kulturtechnik, bisschen unterschätzt, seit alle irgendwie ständig auf Sendung sind. Das Thema streift viele Aspekte, aber hat auch eine ganz klar feministische Ausrichtung, gerade nach der jüngsten Debatte um digitale Gewalt gegen Frauen: Zuhören bietet Wege aus der Machtlosigkeit und wird doch oft verweigert.
In mehr als 300 kurzen Filmen bildet das Kurzfilmfestival die Welt ab – wie sie ist, und wie sie sein könnte. In drei Wettbewerben werden Gewinner:innen gekürt: einmal international, einmal für deutsche Beitrage und einmal beim „Dreifachen Axel“, dessen Beiträge maximal drei Minuten lang sein dürfen. Das diesjährige Thema der 23 Filme? „Drei“. Passt.
Junges Kurzfilmfestival „Mo & Friese“ findet zeitgleich statt

Zeitgleich findet auch wieder das Junge Kurzfilmfestival „Mo & Friese“ statt, zum mittlerweile 28. Mal. Das steht dieses Jahr unter dem Motto „Licht“ und wirft einen Blick zurück: auf analoge Filmtechniken, auf Zelluloid und die Frage, warum man Filme „schneidet“.
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So werden bei der Mo&Friese-Party am 31. Mai analoge Kurzfilme mit einem 35-mm-Projektor gezeigt. Die Kratzfilm-Station bietet Filmmaterial zum Anfassen, Bemalen und Zerkratzen, das anschließend für alle projiziert werden kann. Neben dem Licht gibt es auch die Dunkelheit: Die schweren Themen, die das Mo&Friese immer wieder in seinem Programm aufarbeitet, werden kindgerecht moderiert und mit Begleitmaterial versehen.
Kurzfilmfestival und Junges Kurzfilmfestival Mo & Friese: 2.-7.6., Festivalzentrum: Post Kaltenkircher Platz und weitere Aufführungsorte, Kurzfilmfestival-Einzeltickets 9/7 Euro, Mo&Friese-Tickets 3,50 Euro; festival.shortfilm.com, moundfriese.shortfilm.com

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