Xavier Rudd bringt Lagerfeuer-Feeling in den Stadtpark
Ein Mann, jede Menge Instrumente: fertig ist das Stadtpark-Konzert von Xavier Rudd.
Unkonventionell ist der Auftritt von Xavier Rudd: Unter pulsierenden Bassklängen kommt der Australier auf die Bühne im Stadtpark, barfuß, mit blondiertem Pferdeschwänzchen. Das Bühnenbild besteht aus einer Felsformation, die uns wohl ins Outback nach Down Under entführen soll, sowie einem Lagerfeuer. Daneben eine Aborigines-Flagge – schwarz-rot gestreift mit gelbem Kreis in der Mitte. Wie sie da so schlapp herabhängt, könnte man sie glatt für eine Deutschlandfahne halten.
Und dann ist das erste Stück, "To Let", auch noch mehr als acht Minuten lang. Damit hat schon so mancher sein Publikum verloren oder gar nicht erst gefunden. Bei Xavier Rudd ist das ganz anders. Der sympathische 48-Jährige zieht den Stadtpark sofort auf seine Seite. Neben der Gitarre bläst er auch ins Didgeridoo (gern auch parallel), spielt Mundharmonika und Schlagzeug, alles zusammengehalten von einer Loopstation.
Xavier Rudd im Stadtpark: Musik als Ganzkörpertraining
So steigt schon beim zweiten Song das Publikum unaufgefordert bei einer einfachen Mitsingzeile ein und bekommt von Rudd Anweisungen, um sich möglichst lässig zur Musik zu bewegen. Bei ihm ist Musik Ganzkörpertraining: Während er mit dem Mund Didgeridoo oder Mundharmonika bedient, spielen die Hände Gitarre und der Fuß schlägt die Bassdrum an. Ein Konzert von Xavier Rudd ist eine One-Man-Show, Verstärkung braucht das Multitalent – höchstens einen Roadie, der regelmäßig das Setup auf der Bühne ordnet.
In seiner Heimat Australien ist Xavier Rudd einer der populärsten Musiker, in Deutschland haben nur ein paar seiner Songs größere Bekanntheit erreicht. Wer Rudd nicht näher kennt, könnte im ersten Drittel des Konzerts erstaunt sein. Dort lässt er seine Reggae-Einflüsse deutlich durchscheinen, würdigt seine Wurzeln – Rudd stammt teilweise von den Aborigines, den australischen Ureinwohnern, ab.
Xavier Rudd sorgt für Lagerfeuer-Feeling im Stadtpark
Danach ist dann der Australier so zu erleben, den wohl die meisten Musikhörer in Deutschland kennen: als gefühlvollen Singer-Songwriter. Bei Songs wie "Come Let Go" und "Flag" kommt endgültig Lagerfeuer-Feeling auf, einige Fans tanzen in sich versunken zu den Gitarrenklängen.
Besonders groß ist das Gejohle natürlich, als der erste Akkord von "Follow The Sun" erklingt, Rudds internationalem Hit. Das ist dann wieder ganz konventionell.
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