Sunrise Avenue in Hamburg: Ein Fest zum Abschied
Auf diesen Tag haben Sunrise Avenue-Fans lange gewartet, nur, um ihn insgeheim wohl doch zu verfluchen. Schließlich spielten die finnischen Pop-Rocker am Dienstagabend das erste von zwei Hamburg-Konzerten auf ihrer Abschiedstour. Es wurde trotzdem – oder genau deswegen? – ein großes, emotionales Fest.
Rolle rückwärts: Schon vor fast drei Jahren schockten Samu Haber und seine Bandkollegen ihre Fans mit der Auflösung von Sunrise Avenue. Eine letzte, große Tournee wollte die Gruppe noch spielen, um Tschüs zu sagen – und Danke. Passend dazu als Einstieg in den Abend, der eigentlich schon längst gewesen sein sollte, gewählt: „Thank You for Everything“.
Sunrise Avenue besuchen Hamburg zum letzten Mal
Es beginnt eine Reise durch eine fast zwanzig Jahre lange Bandgeschichte. Egal, ob „Choose to Be Me“, „Hollywood Hills“, „Dreamer“, „Forever Yours“ – gespielt in einer düsteren, rockigen Version – oder „Lifesaver“: Die Fans beherrschen jeden einzelnen Text so sicher wie Samu Haber. Hätte der 46-Jährige, routinierter Bühnenprofi durch und durch, einen Aussetzer gehabt, vermutlich wäre er gar nicht groß aufgefallen.
Den großen Höhepunkt bewahren sich Sunrise Avenue für die Zugabe auf: „Fairytale Gone Bad“, der Song, der 2006 den ganz großen Durchbruch brachte, bringt als eines der letzten Lieder des Abends das Publikum endgültig in den Gänsehaut-Modus. Auch dem und der letzten Anwesenden dürfte dabei klar geworden sein: Das hier ist das Ende einer Ära.
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Emotional ist es im Laufe des Abends freilich immer wieder geworden. Etwa, als während „Heartbreak Century“ zahlreiche Bilder von Fan-Tattoos über den großen Bildschirm auf der Bühne flimmerten. Oder als Samu einer Anhängerin, die in Hamburg ihr 222. Sunrise Avenue-Konzert besucht hat, seine Jacke schenkte: „Ich muss das einfach tun.“
Und ganz besonders, als Samu sich an die Anfänge der Band erinnerte. Als es noch ins „Knust“ und nicht in die ausverkaufte Arena am Volkspark ging. „Hamburg ist so eine wunderschöne Stadt“, hält Samu fest, die Menschen hier hätten eine ganz besondere Art der Coolness, und: Er träume sogar davon, sich ein Haus an der Alster zuzulegen.
Sunrise Avenue in Hamburg: Emotionales Ende einer Ära
Doch irgendwann endet eben auch das längste Abschiedskonzert. „Out of my life, out of my mind“, wie es in „Fairytale Gone Bad“ heißt? Nein, das passt nicht als Fazit. „Hollywood Hills“, der letzte Song des Abends, macht sich da viel besser: „Remember that we had fun together“, denkt daran – wir hatten Spaß zusammen!
Denn ganz egal, ob die Band weiterhin aktiv Musik macht oder nicht, ihre Hits bleiben ja erhalten. Und Comebacks gehören bei echten Rockstars eh zum guten Ton. In Hamburg sagt man Tschüs – das heißt auf Wiederseh’n!