Soul-Star zu Gast in Hamburg: Joss Stone verteilt Liebe im Stadtpark
Sonnenblumen, Soul und ganz viel Liebe: Als hochschwangeres Hippie-Bonbon schwebte Soulsängerin Joss Stone am Montagabend über die Open-Air-Bühne im Stadtpark. Statt Regen und Gewitter gab’s Gänsehaut und zwei Stunden „Feel-Good-Feeling“ der allerfeinsten Sorte.
Ein Geschenk des Himmels. Anders ist die Stimme der Britin nicht zu beschreiben. Kraftvoll, dunkel und gleichzeitig hell, röhrend und vor allem: Soul pur. Live entfaltet Stone, die bereits mit 16 ihren Durchbruch feierte, nochmal eine besondere Magie, spielt bei Medleys mit Soul-Klassikern wie „This is a Man’s World“ mit Oktaven, jongliert mit hohen und tiefen Tönen.
Ihre großen Hits wie „Super Duper Love“ oder „You Had Me“ sind genauso im Repertoire an diesem Abend wie Songs ihres neuen Albums „Never Forget Me“. Frauen-Duos in langen Kleidern kreisen ihre Hüften, Paare mit prophylaktischem Regencape und Bier summen mit. Ganz locker und leicht, die Welt da draußen hat mal eben kurz Pause.
Soul-Sängerin Joss Stone verteilt Liebe beim Konzert im Stadtpark
Das hat vor allem auch mit Stones Dauer-Grinsen zu tun, mit dem die 35-Jährige ihr Publikum durchgängig bezirzt, und von dem sich das ein oder andere Honigkuchenpferd noch etwas abgucken könnte. Stone schwärmt im bunten Hippie-Kleid mit charmantem britischen Akzent davon, wie Cannabis ihren Hund Dusty von Krebs heilte und dass man sich doch bitte nicht so viel über die negativen Dinge im Leben Gedanken machen sollte und es in Ordnung ist, Fehler zu machen. Passend dazu stimmt sie dann natürlich direkt ihren Mega-Hit „Right to be Wrong“ („Das Recht, Fehler zu machen“) ein.
Barfuß und mit Teetasse spaziert Stone – ihre Babykugel vor sich herschiebend – über die Bühne. Verteilt Luftküsse in Dauerschleife, am Ende Sonnenblumen fürs Publikum und versprüht eine hippieske Aura voller Liebe. Man nimmt es der 35-Jährigen ab, sie wirkt angekommen, in sich ruhend und tänzelt immer wieder zu ihrer kleinen Tochter Violet, die – geschützt mit großen Ohrenschützern – am Bühnenrand wartet. Ihr widmet sie das Lied „My Girl“. Lange kann es nicht mehr dauern, bis der nächste Stone-Spross zur Welt kommt.
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Das private Glück steht ihr – und es sei ihr gegönnt. Zuletzt erzählte sie in einem Interview mit der „Daily Mail“, eine Fehlgeburt erlitten zu haben und vor einigen Jahren sogar die Teilnahme an einer Datingshow erwogen zu haben – weil sie einfach keinen Mann fand, wie sie sagt. An einem Flughafen traf sie dann vor drei Jahren den Vater ihrer Kinder.
Nach knapp zwei Stunden ist Schluss mit der fluffig weichen Show der Soulsängerin im Stadtpark, sie erklärt: „Er hat mich gerade getreten und sagt: Mommy, geh jetzt von der Bühne“. Dafür hat an diesem Abend wohl jeder Verständnis, der federleicht und summend aus dem Stadtpark schwebt.