Pop-Stars, Pannen und ein bisschen Pech: So war die „Night of the Proms“ in Hamburg

Power-Frau Anastacia hatte am Freitagabend bei der „Night of the Proms“ in der Barclays Arena einen richtig starken Auftritt. (Archivbild von einem vorherigen Auftritt)
Power-Frau Anastacia hatte am Freitagabend bei der „Night of the Proms“ in der Barclays Arena einen richtig starken Auftritt. (Archivbild von einem vorherigen Auftritt)

Pop trifft auf Klassik: Alle Jahre wieder verwandelt die „Night of the Proms“ die Barclays Arena (Bahrenfeld) in eine Konzerthalle der ganz besonderen Art. Pop- und Rockstars performen zusammen mit dem Antwerp Philharmonic Orchestra und einem Chor ihre größten Hits. In diesem Jahr dabei: James Morrison, Anastacia, Toto und mehr. Ein wilder Musik-Mix sorgte am Freitagabend für gute Stimmung – trotz Startschwierigkeiten und eines Pop-Stars, der nicht wusste, wo er gerade auftritt.

Los ging es mit Aura Dione. Die Dänin war in den späten 2000ern und frühen 2010ern mit „I Will Love You Monday (365)“, „Friends“ und „Geronimo“ erfolgreich. Alles gute Popsongs, die Dione dynamisch performt – doch die 38-Jährige hat das Pech, als erste auf die Bühne zu müssen und das Publikum aus der Winterträgheit zu reißen.

Aura Dione hatte das Pech, als erste auf die Bühne zu müssen – das Publikum war am Anfang noch sehr träge. (Archivbild von einem vorherigen „Night of the Proms“-Auftritt)
Aura Dione hatte das Pech, als erste auf die Bühne zu müssen – das Publikum war am Anfang noch sehr träge. (Archivbild von einem vorherigen „Night of the Proms“-Auftritt)

Ein Glück, dass der Brite James Morrison erst gar nicht versucht, das Publikum in Ekstase zu versetzen. Mit schwarzer Lederjacke, der Gitarre in der Hand, rauchiger Stimme und charmanten Lächeln erfüllt er alle Klischees, die so ein Singer-Song-Writer, der seine Karriere als Schüler in englischen Pubs begonnen hat, haben kann.

Bei der Band Camouflage wird’s zum ersten Mal so richtig laut

Endlich! Als die deutsche Synthiepop-Band Camouflage auf die Bühne kommt, wird es zum ersten Mal so richtig laut. Nach dem Song „The Great Commandment“ geht’s dann aber auch direkt in die Pause – da hat die „Night of the Proms“-Party mal gerade so richtig angefangen und direkt ist schon wieder Schluss, na toll!

Die Band Camouflage vor dem Antwerp Philharmonic Orchestra, das die Pop- und Rock-Stars begleitet. (Archivbild von einem vorherigen „Night of the Proms“-Auftritt)
Die Band Camouflage vor dem Antwerp Philharmonic Orchestra, das die Pop- und Rock-Stars begleitet. (Archivbild von einem vorherigen „Night of the Proms“-Auftritt)

Dafür wird’s in der zweiten Halbzeit umso besser – und das liegt vor allem an Power-Frau Anastacia, die mit ihrer Ausstrahlung und und ihrem unfassbaren Stimmvolumen die ausverkaufte Barclays Arena Halle mit Energie füllt.

Vor knapp drei Monaten hat die Amerikanerin ihr Album „Our Songs“ rausgebracht, auf dem sie deutsche Hits auf Englisch covert. Am Freitagabend startete sie mit Udo Lindenbergs „Cello“ – mit satten Streichern im Rücken und in Udos Heimatstadt funktioniert das natürlich wunderbar.

Anastacia: Eine Power-Frau, die nicht weiß, wo sie ist

Und dass sie „Hannover“ und nicht „Hamburg“ bei „Sick and Tired“ zum Mitsingen aufforderte, ist wohl auch kaum jemanden aufgefallen – bei elf deutschen Städten, in denen die Stars innerhalb von guten drei Wochen auftreten, kann man ja auch mal durcheinanderkommen.

Spätestens als Anastacia und James Morrison zusammen das Pop-Rock-Duett „Broken Strings“ performten, dürfte jeder „Night of the Proms“-Fan zufrieden sein: Es sind solche emotionalen Momente, für die Tausende Menschen jedes Jahr wieder zu dem Event kommen.

Richtig tolles Duett: Anastacia und James Morrison haben zusammen „Broken Strings“ performt. (Archivbild von einem vorherigen „Night of the Proms“-Auftritt)
Richtig tolles Duett: Anastacia und James Morrison haben zusammen „Broken Strings“ performt. (Archivbild von einem vorherigen „Night of the Proms“-Auftritt)

Für ein richtiges Feuerwerk am Ende sorgten die US-Rocker Toto, die einfach wissen wie’s geht: Gitarren-Solo, Piano-Solo: Alles dabei, alles richtig gut.

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Ganz am Schluss – nach drei Stunden XXL-Konzert – kommen nochmal alle Stars zusammen auf die Bühne und performen Totos Mega-Hit „Hold the Line“. Alle Zuschauer stehen, klatschen, bewegen die Hüfte. Die Startschwierigkeiten hat man da schon fast wieder vergessen.

Und weil’s so schön war, gibt’s die „Night of the Proms“ am Samstag, 9.12. gleich noch einmal in der Barclays Arena: 20 Uhr, 60 bis 109,40 Euro.