Nelly Furtado im Stadtpark: Klein beigeben sieht anders aus!
Auch miese Presse ist gut fürs Geschäft. Im Fall von Nelly Furtado zog der Ticketverkauf auf den letzten Metern noch mal kräftig an, sodass ihr Konzert im Rahmen der „Off Days“-Reihe am Mittwoch so gut wie ausverkauft ist. Und das kam so …
Nellys blanke Oberschenkel, die nach drei Schwangerschaften doch tatsächlich etwas runder sind als zu ihren „I’m Like A Bird“-Zeiten, hatten nach ihren letzten Auftritten für übelste und übergriffige Diskussionen in den sozialen Netzwerken gesorgt. Nellys Reaktion darauf: „Ich fühle mich jetzt so selbstbewusst wie nie zuvor. Ich bin zufrieden mit mir – selbst wenn ich kritisiert werde. Natürlich lese ich die Kommentare – wer tut das nicht? Und wow, die Leute schreiben viel darüber, wie ich aussehe. Ich finde es spannend, dass mein Körper so ein Trigger ist für die Leute.“
Aber hier im grünen Rund des Stadtparks ist die 46-Jährige am Mittwoch sicher. Alle freuen sich auf den Auftritt der portugiesisch-kanadischen Sängerin und Grammy-Preisträgerin. Aber klar, als sie um 20.45 Uhr oben auf einer Treppe ihr Konzert zu den erstaunlich technoiden Beats ihres neueren Songs „Eat Your Man“ eröffnet, zoomen auch die Besucher, die hinten stehen, ihr Handy-Bild ganz nah ran: Jeder will sehen, ob sie auch dieses Mal freizügig ihren Körper zeigt.
Nelly Furtado singt, rappt und verteilt Handküsse
Tut sie! Ihr Kleid, über das sie anfangs noch eine Art Trenchcoat trägt, ist an beiden Seiten bis zur Hüfte hochgeschlitzt. Mit ihren schwarzen Springerstiefeln stampft sie auf den Boden. Klein beigeben sieht anders aus.
Zum Timbaland-Cover „Give It To Me“ wird sie eingerahmt von drei Tänzern mit Pompoms. Mit dem vierten Song „Say It Right“ liefert sie ihren ersten großen Hit an diesem Abend. Die Leute jubeln, Nelly verteilt einen Handkuss und sagt leise „Dankeschön“. Sie ist großartig im Gesang, zeigt aber auch ihre Vielfältigkeit: So rappt sie zu Missy Elliotts „Get Ur Freak On“ und macht damit mehr als eine gute Figur. Zu ihrem Hit „Powerless“ gibt es Fiedeltöne. „Everybody just clap“, fordert Furtado die Menge auf, die sich nicht lange bitten lässt.
Dann kündigt sie den neuen Song „Floodgate“ ihres im vergangenen Jahr erschienenen Comeback-Albums „7“ an, für das sie mit dem australischen Produzenten Dom Della kooperierte. Es ist ihr siebtes Studioalbum nach sieben Jahren Pause, der große Hit blieb bisher aus.
Das tut der Stimmung im Stadtpark allerdings keinen Abbruch. Nelly begibt sich ganz nah an die Zuschauer in den vorderen Reihen, die gerne mitsingen. „Wir sind glücklich hier, wie fühlt ihr euch?“, fragt Nelly – und alles jubelt. Bittersüß sei der Abend, denn von der „Better Than Ever Summer Festival Tour“ seien nur noch drei Konzerte übrig, meint sie und stellt ihre Band vor.
Nelly Furtado darf gern bald wiederkommen
Dann gibt es Hit auf Hit: Bei „All Good Things (Come To An End)“ schwenken die Leute die Arme für Nelly. „Broken Strings“, im Original ein Duett mit James Morrison, singt Furtado mit der Unterstützung einer Musikerin ihrer Band. „I’m Like A Bird“ aus dem Jahr 2000 beflügelt und erinnert an Zeiten, in denen das Leben irgendwie noch leichter schien.
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„Vielen Dank, ihr seid wunderschön“, sagt die Künstlerin. „Força“ sorgt für Fußball-Vibes auf der Stadtparkwiese. Mit dem YellowStraps-Cover „Blue“ folgt ein bisschen Reggaeton.
Immer mehr wird der Abend zur feurigen Party in einer der letzten lauen Sommernächte dieses Sommers. Herrlich! Als Rausschmeißer serviert sie ihren Ohrwurm „Maneater“. Kommt gut, ist gut, Nelly darf gerne bald wiederkommen!