HSV-Stadion wird zum lauschigen Club: 60.000 fressen Ed Sheeran aus der Hand
Volksfestatmosphäre herrscht schon weit vor dem Volkspark. Zu erwarten – Popstar Ed Sheeran war ja seit Tagen Thema in jeder Verkehrsdurchsage. Dreimal in Folge füllt der rothaarige Brite das HSV-Stadion. Sowas schafft sonst nur Helene Fischer. Und zumindest bei der ersten Show am Freitag besteht das Publikum zu einem sehr, sehr großen Teil aus Frauen. Naja, und Frauen mit ihren Partnern.
Schon ab 18 Uhr wärmen Vorbands die Fans auf, um Viertel nach acht springt schließlich Sheeran selbst auf die Bühne. Die ist rund und befindet sich in der Mitte der Menge. Das ist gut, weil ihn so jeder sehen kann. Das ist schlecht, weil der Sound, der in alle Richtungen abstrahlt, sich so an seinem eigenen Widerhall verschluckt. Sheerans smoothe Stimme geht besonders anfangs etwas im Echo unter – da wird bis Samstag sicher nochmal daran gefeilt werden.
Mit seiner Gitarre reißt Ed Sheeran ein ganzes Stadion mit
Der Brite selbst beeindruckt: Nur mit seiner Gitarre und einem Loop-Gerät, das er per Fußpedal bedient, steht er da vor fast 60.000 Menschen, alles live, ohne doppelten Boden. Zwar hängen ringsum riesige Gitarrenplektren mit Monitoren von Kranarmen, zwar wird da gelegentlich buntes Feuerwerk verschossen, aber am Ende ist das ein Mann mit seiner Gitarre, der trotzdem ein ganzes Stadion mitreißt.
Das liegt auch an seiner charmanten und nahbaren Art. Ed Sheeran hat sich extra ein T-Shirt mit „Hamburg“-Schriftzug übergeworfen und erzählt zwischendurch Anekdötchen, wie er sein erstes Konzert in Deutschland 2011 auf dem Reeperbahn-Festival spielte, wie er zu Beginn seiner Karriere in Pubs vor unwilligen Zuhörern sang und dass er nicht mehr alle Songs aus seiner Teenagerzeit ganz ernst nehmen kann. Er spricht offen vom Tod eines guten Freundes und erwähnt, dass er in absolut jeder Örtlichkeit, in der er je auftrat, seinen Hit „The A-Team“ sang.
Und den gibt es im HSV-Stadion natürlich dann auch zu hören, neben all den vielen anderen Sheeran-Ohrwürmern. „Castle On The Hill“, „Shivers“, „Give Me Love“. Und dazu einige ganz frische Stücke wie „Sapphire“.
Hamburger Publikum frisst dem Superstar aus der Hand
Das Publikum frisst dem Musiker von Anfang an aus der Hand. Es wird mitgeklatscht, getanzt, gehüpft und textsicher mitgesungen. Und das gute zweieinhalb Stunden lang. Sheeran bedankt sich gerührt: „Ihr habt so viel Mühe auf euch genommen, um meinen Traum zu erfüllen: Auf der Bühne zu stehen ist für mich das Größte!“.