Häschen hüpf! Wie „Deine Freunde“ im Stadtpark Eltern happy machten

Lukas von Deine Freunde auf der Bühne im Stadtpark
Lukas von Deine Freunde auf der Bühne im Stadtpark

Am Ende, nach 90 Minuten mit jeder Menge „Quatsch mit Soße“, mit Konfetti-Kanonen und Funken-Fontänen, mit Stopp-Tanz und Geburtstagsständchen, ist die Party vorbei und die kleinen Gäste sind happy, aber fix und alle. Deine Freunde, diese ziemlich einmalige Hamburger Rap-Truppe für Kinder, feierte am Wochenende an drei ausverkauften Tagen hintereinander ein locker-flockiges Fest auf der Stadtpark-Bühne. Das war ein Geschenk – auch für die vielen Eltern.

Kinderlieder gibt’s viele. Und bei der oft hochfrequenten Nutzung eint sie meist eines: Mama und Papa macht’s auf Dauer mürbe. Und das ist dann wohl eine wesentliche Säule des ganz und gar erstaunlichen Erfolgs der drei Typen von Deine Freunde: Sie haben ein Händchen für meist lässige Produktionen, die so ähnlich klingen, wie manches, was die oft bärtigen und Käppie tragenden Väter hier selbst in der Playlist haben. Sie finden die richtigen Themen („Hausaufgaben“, „Keine Märchen“), den richtigen Sound, den richtigen Witz. Das klingt nicht anbiedernd. Das klingt, als sei man auf Augenhöhe. Und deswegen geht das seit inzwischen zehn Jahren durch die Decke.

Tickets kosten 33 Euro – ein lukratives Geschäft

Florian Sump war einst Schlagzeuger von Echt. Markus Pauli Live-DJ von Fettes Brot. Und Lukas Nimscheck Moderator vom Tigerentenclub. „Unglaublich! Fast 15.000 Leute, die uns hier sehen wollen“, staunen die drei am Samstag vor der riesigen Geburtstagstorte, die die Bühne im Stadtpark ziert. Kinder zahlten 33 Euro, Eltern 37 Euro. Überall Band-T-Shirts und Mützen. Keine Frage, es ist auch ein lukratives Geschäft mit den oft ersten Großevent-Erfahrungen der Lütten.

Immer zentrales Feature ihrer Shows: der exklusive Kinder-„Moshpit“ vor der Bühne. Ein abgesperrter Safe-Space, in dem die Kinder unter sich sind und bei unverstelltem Blick auf die Bühne feiern können – Eltern müssen draußen bleiben. Am Einlass gab’s Armbänder mit den Handynummern der Eltern drauf als Absicherung – da nutzt manch Papa die günstige Gelegenheit für ein zwischenzeitliches Abtauchen hinter die Stadtpark-Hecken mit gezapftem Bier und Zigarette.

„Schokolade“ klingt kurz nach Cohens „Hallelujah“

Deine Freunde zelebrieren drinnen im Rund derweil routiniert und gut gelaunt ihr inzwischen ganz schön umfangreiches Hit-Sortiment: „Quatsch mit Soße“, „Mein lieber Freund, ich zähl bis drei“, „Du bist aber groß geworden“ – das alles hat bei Spotify inzwischen millionenfache Aufrufe und wird hier im Kinder-Sopran hundertfach mitgesungen. Und immer wieder mit popkulturellen Querverweisen aufgeladen, die eher ein Winken in Richtung Eltern sind. So klingt das „Schokoladen-Trio“ nach der Cohenschen Wehmuts-Hymne „Hallelujah“, es gibt Céline Dion-Witze und nostalgische Euro-Trash-Einschübe.

Am Ende ist ein bisschen echte Rührung zu spüren, als Deine Freunde über ihre Fans sinnieren „Wir haben ein paar gemeinsame Jahre, bis wir euch an die Pubertät verlieren …“, sagt Florian Sump und dann „Wir ham euch lieb“. Dazu läuft „Vielen Dank für die Blumen“ und irgendwann ist es Zeit für den Abschied: Natürlich mit dem Electro-„Remmidemmi“-Äquivalent für Grundschüler: „Häschen hüpf!“

Da muss man irgendwie zurück lieb haben… Im Dezember gibt’s die nächste Show. in der Sporthalle.