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Dogstar in der Großen Freiheit: Ein Weltstar steht einfach nur rum

Bret Domrose und Keanu Reeves spielen mit Dogstar auf der Bühne im Roundhouse in London.
Hollywood-Star Keanu Reeves (r.) mit Dogstar-Sänger Bret Domrose bei einem Auftritt in London (Archivbild)

Die Band ist kaum bekannt, der Bassist umso mehr: Ein Weltstar aus Hollywood spielte mit seinen Freunden in der Großen Freiheit.

Keanu Reeves war Montag in Hamburg. Ja, DER Keanu Reeves. Hollywood-Superstar, Actionheld, diesdas. Mit seiner Band Dogstar spielte der Kanadier in der Großen Freiheit 36. Und er verhielt sich ganz anders, als man erwarten könnte.

Die beiden Männer können es noch immer nicht fassen. „Das ist ein Weltstar“, sagt der eine ungläubig beim Rausgehen. „WELTSTAR! Und der steht da einfach so rum! Ein paar Meter von uns entfernt“. Der andere zuckt mit den Schultern, nickt – und grinst. Ist ja auch wirklich nicht alltäglich: Keanu Reeves (ja, DER Keanu Reeves) hat ein paar Minuten davor die Bühne der Großen Freiheit 36 verlassen. Verschwitzt, in schwarzer Jeans und schwarzem T-Shirt, mit graumeliertem Strubbelbart. Und dass jemand nach 70 Minuten Konzert sagt, Reeves habe „da einfach nur rumgestanden“, ist vermutlich das größte Kompliment, das man dem Hollywood-Superstar machen kann. Aber dazu gleich mehr.

2000 Fans wollen Dogstar sehen

Reeves, inzwischen auch bald 62 Jahre alt, zieht die Massen an. Seit den späten 80ern macht er Kinos voll (damals mit dem Dulli-Film „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“): „My Own Private Idaho“, „Point Break“, „Speed“, vier Mal „Matrix“ (alleine „Reloaded“ von 2003 hatte rund 115 Millionen Kinobesucher auf der ganzen Welt und ein Einspielergebnis von 741 Millionen US-Dollar), die „John Wick“-Reihe, und, und, und. In die Freiheit passen gut 2000 Menschen. Und über jeden Einzelnen scheint das Alternative-Rock-Trio an diesem Montagabend glücklich zu sein.

„Hat hier irgendwer ,All In Now’ gehört, unsere Platte, die vor zwei Wochen rausgekommen ist?“, fragt Sänger und Gitarrist Brett Domrose nach dem vierten Song. NATÜRLICH!, gibt das Publikum zu verstehen: Viele Arme gehen in die Luft, Hände formen Metal-„Pommesgabeln“, es wird gejohlt. „Ja? Das ist ja fantastisch!“, freut sich Domrose. „Wir lieben euch, Hamburg!“ Die Tour läuft schon seit ein paar Tagen, und man wird das Gefühl nicht los, dass das Publikum in anderen Städten vor allem zum Promi-Watching gekommen sein könnte.

Freundes-Band macht lange Pause

Ja, auch in der Freiheit werden die Smartphones hochgerissen, kaum dass die Band die Bühne betritt. Die meisten sind auf den Typen rechts gerichtet, der kurz mal an die Bühnenkante kommt, dann aber schnell wieder aus dem Scheinwerferlicht verschwindet. Das hier, macht Reeves schnell und ohne Worte klar, ist nicht der Hollywood-Star. Hier gibt’s kein Glitzer und kein Glamour. Das hier ist Keanu, der Bassist von Dogstar. Und der spielt heute nicht die Hauptrolle.

Die Band gibt’s seit 1991, mit einer langen Pause von 2002 bis 2021. Auf der Bühne stehen Kumpels, von denen einer eben zufällig Erfolg hatte. Der Mucker-Freundschaft hat das offenbar keinen Abbruch getan, wann immer es ging, haben sie sich im Probenraum getroffen und an Songs zwischen Rockbrett und melancholischem Grunge gearbeitet. Auch in der Zeit, in der es Dogstar eigentlich nicht gab.

Keanu Reeves legt die Hand aufs Herz

Das mit den Smartphones, den Fotos und den Videos wird weniger während der 70-Minuten-Show – und das merkt auch die Band. Reeves lässt sich häufiger am Bühnenrand blicken und lächelt in die Reihen, Domrose wird plauderig („I like this city! It’s f*cking hot and sweaty in here, but you’re still going strong“), Drummer Robert Mailhouse legt noch einmal ’nen Zahn zu.

Dogstar spielen alle Lieder des neuen Albums, zwei davon – „Punch The Sky“ und „Shallow Easy“ – gibt’s im Zugabenblock. Das Publikum ist da längst nassgeschwitzt (Domrose besorgt: „Vergesst nicht, Wasser zu trinken, ja? Das ist kein f*cking Witz, es ist HEISS hier! Und das sage ich als Kalifornier!“). Nach 20 Songs ist Schluss. Und dann geht Keanu Reeves doch noch schnell an Domroses Mikro. „Thank you very much. You guys were amazing“, sagt er fast schüchtern, Hand auf dem Herz. „Thank you VERY much.“ Keanu, der Bassist. Ein Typ, der einfach nur rumsteht und 70 Minuten lang seinen Job macht. Mega-Star? Mega sympathisch!

Keanu Reeves war Montag in Hamburg. Ja, DER Keanu Reeves. Hollywood-Superstar, Actionheld, diesdas. Mit seiner Band Dogstar spielte der Kanadier in der Großen Freiheit 36. Und er verhielt sich ganz anders, als man erwarten könnte.

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