Bosse-Show in Hamburg: Konfetti, „Schönste Zeit“ – und ein Wermutstropfen

Was für eine Bühnenpräsenz! Bosse und seine band begeistern in der Barclays-Arena.
Was für eine Bühnenpräsenz! Bosse und seine Band begeistern in der Barclays-Arena.

Unter den erfolgreichen deutschsprachigen Popstars ist er vielleicht der lässigste. Bei Bosses Konzert in der fast ausverkauften Mehrzweckhalle im Volkspark reihten sich Hit an Hit, die frei von Kitsch und Klischees sind. Ein umjubeltes Heimspiel für den Wahl-Hamburger.

Zu Beginn ein Bild, wie aus einem Theaterstück: Die Silhouette eines Mannes auf einen riesigen Vorhang projiziert, in der Hand ein Megafon: Die Stimme klingt blechern und verzerrt, als wäre man auf einer Demo. Das Motto ist klar, hier kommt Axel „Aki“ Bosse, der Popsänger mit Attitüde und Appellbedürfnis.

Bosse in Hamburg: Dieser Song soll Mut machen

Beim Auftakt seines Konzerts entscheidet er sich für „Lass Dich nicht zwicken“ – die entschärfte Variante seines Songs „Lass Dich nicht f*cken“, da sich auch viele junge Fans im Publikum befinden. Der Song richtet sich gegen Hatespeech im Netz, dahinter steckt eine persönliche Geschichte: Bosse schrieb ihn für eine befreundete Journalistin, die massive Anfeindungen im Internet erleben musste. Nachdem sie ihm zahlreiche beleidigende Kommentare weitergeleitet hatte, schrieb er ihr ein Lied als musikalischen Zuspruch. Auf der Bühne erzählt Bosse, dass der Song Mut machen und die Sprachlosigkeit nach einem digitalen Shitstorm auffangen soll.

Mit unerschöpflicher Energie bewegt sich der 46-Jährige über die Bühne.
Mit unerschöpflicher Energie bewegt sich der 46-Jährige über die Bühne.

Mit den poetischen Worten aus „Ouvertüre“ eröffnet sich anschließend die Atmosphäre des Abends. Tiefe Bässe pulsieren durch die Halle, Lichtblitze schneiden durch die Dunkelheit und steigern die Spannung, bis schließlich der große Bühnenvorhang fällt und die komplette Band sichtbar wird. Von diesem Moment an entwickelt sich das Konzert zu weit mehr als einer klassischen Hit-Show: Songs wie die nostalgische Rückschau „Nokia“ erscheinen in frischen Arrangements und überraschenden Klangfarben.

Bosse begeistert Hamburg – mit kleinem Wermutstropfen

„Alter Strand“ bekommt durch rhythmische Einflüsse beinahe tänzerischen Charakter und verbindet Melancholie mit sommerlicher Leichtigkeit. „Dein Hurra“ startet dagegen reduziert und gefühlvoll am Klavier, bevor sich das Lied zu einem kraftvollen Klanggewitter steigert. Besonders beeindruckend ist dabei die Bühnenpräsenz des 46-Jährigen: Mit unerschöpflicher Energie bewegt er sich über die Bühne, dreht sich immer wieder mit ausgebreiteten Armen im Kreis und reißt das Publikum mühelos mit.

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Vor der Zugabe haben Bosse, Band und Barclays-Arena-Zuschauer noch ihre „Schönste Zeit“ – wie es sich für Shows dieser Größenordnung gehört, natürlich im Konfettiregen, der über die jubelnden Zuschauer im Innenraum schwebt. „Liebe hat nicht ewig Zeit“, „Du tanzt“ und „Der letzte Tanz“ beschließen den Triumphzug des Lokalpatrioten. Einziger Wermutstropfen: Sein früher Hit „Der Sommer ist noch lang“ hätte wunderbar zu diesem frühsommerlichen Abend im Mai gepasst.

Unter den erfolgreichen deutschsprachigen Popstars ist er vielleicht der lässigste. Bei Bosses Konzert in der fast ausverkauften Mehrzweckhalle im Volkspark reihten sich Hit an Hit, die frei von Kitsch und Klischees sind. Ein umjubeltes Heimspiel für den Wahl-Hamburger.

Zu Beginn ein Bild, wie aus einem Theaterstück: Die Silhouette eines Mannes auf einen riesigen Vorhang projiziert, in der Hand ein Megafon: Die Stimme klingt blechern und verzerrt, als wäre man auf einer Demo. Das Motto ist klar, hier kommt Axel „Aki“ Bosse, der Popsänger mit Attitüde und Appellbedürfnis.