Tarzan-Star Philipp Büttner: „Ich musste mich wirklich überwinden“
Philipp Büttner stand schon als „Hercules“ und „Aladdin“ in den gleichnamigen Musicals auf der Bühne, nun schwingt er sich als „Tarzan“ durch den Saal der Neuen Flora. Zur Premiere hatte das noch Alexander Klaws gemacht – er übernimmt auch, wenn Büttner nicht kann. Er sehe diese Situation „ganz gelassen“, so der 34-Jährige, der eine große Fangemeinde hat, die seinen Auftritten entgegenfiebert. Im Interview spricht er über ein besonderes Kribbeln, den Gorilla-Gang und andere Herausforderungen.
MOPO: Die Rolle des Tarzan ist körperlich anstrengend. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet?
Philipp Büttner: Die körperliche Belastung in „Tarzan“ ist extrem hoch. Aber für „Hercules“ musste ich viele Muskeln haben und habe intensiv trainiert. Das kommt mir jetzt zugute. Es ist der beste Zeitpunkt für mich, Tarzan zu spielen. Ich habe zweimal pro Woche Personal Training, gehe dreimal ins Fitnessstudio zum Krafttraining, habe zwei-, dreimal Ballett und gehe ab und zu bouldern. Es ist eine Gratwanderung, Muskelreize zu setzen, aber abends trotzdem die Show zu spielen.
Was ist an Tarzan so besonders?
Er ist von mir persönlich am weitesten weg, denn alles menschliche Verhalten und gesellschaftliche Normen zählen nicht. Tarzan kennt keine Distanz, hat keinen Filter, bewegt sich anders, weil er bei Gorillas aufgewachsen ist. Das ist ein großer Unterschied, bedeutet aber auch Freiheit im Spiel. Das absolute Highlight ist natürlich das Fliegen durch den Saal.

Wie war das erste Mal Fliegen?
Das erste Mal bin ich bei den Auditions geflogen, weil dort geschaut wird, wie man sich in der Luft bewegt und ob man genug Kraft hat, sich festzuhalten. Es hat schon in mir gekribbelt – und das tut es jetzt auch noch. Es ist jedes Mal eine große Freude, wenn ich über das Publikum fliege. Neulich hat mich ein vielleicht fünfjähriger Junge ganz groß angeschaut – das brennt sich ins Herz.
Haben Sie eine Lieblingsszene?
Das Finale des ersten Akts. Das ist ein langer, schöner Flug. Nach einem Schuss ist Tarzan neugierig, fliegt in die Richtung und beobachtet Jane. Die Interaktion zwischen den beiden, bis sie das erste Mal „Tarzan“ und „Jane“ sagen – dieser Bogen ist unglaublich schön.

War es anfangs ungewohnt, sich wie ein Gorilla zu bewegen?
Vor allem war es spannend. In den Proben haben wir einen Bewegungskatalog mit Gorillabewegungen bekommen. Und dann hieß es, wir spielen Gorillafamilie. Ich musste mich überwinden, Grenzen zu überschreiten, aber es macht unglaublich viel Spaß. Anfangs hatten wir bis zu drei Stunden täglich Bewegungstraining. Da ich mich auf den Fingerknöcheln abstützen muss, hat sich da mittlerweile Hornhaut gebildet.
Was ist die größte Herausforderung?
Alles. Tarzan erfordert ein unglaubliches Pensum an Energie, Kraft und Ausdauer. Springen, Klettern, Fliegen, die akrobatischen Elemente – das fordert den Körper wie keine andere Rolle.
Apropos: Welche Rolle würden Sie gerne mal spielen?
Jean Valjean in „Les Misérables“.
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„Tarzan“ ist Ihre dritte Show in der Neuen Flora. Was gefällt Ihnen an Hamburg?
Ich liebe Hamburg und die Flora. Hier habe ich mein erstes Musical gesehen – „Tanz der Vampire“. Ich liebe das Wasser, die Freiheit, die Lockerheit der Menschen. Es ist einer der größten Musical-Hotspots der Welt, hier leben interessante Menschen. Hamburg ist meine Wahlheimat – ich will in keiner anderen Stadt leben.
Neue Flora: Di-So, diverse Zeiten, ab 59,99 Euro
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