Vier Personen sitzen auf Kinosesseln

„Divine Comedy“: das neueste Werk des iranischen Regisseurs Ali Asgari, der schon viele Filme gedreht hat – keiner durfte jemals im Iran gezeigt werden (26.9., 18.45 Uhr, Cinemaxx; 3.10., 20 Uhr, Hansa-Filmstudio). Foto: Amin Jafari

Filmfest Hamburg: Die Stadt rollt den roten Teppich aus

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Zehn Tage lang wird die Stadt wieder zur Filmstadt. Kinobegeisterte können vom 25. September bis zum 4. Oktober in 15 teilnehmenden Kinos eintauchen in andere Welten. Auf dem Programm stehen insgesamt 118 Langfilme aus 55 Ländern, darunter „Jeunes mères – Junge Mütter“ von den Brüdern Jean-Pierre und Luc Dardenne. Die belgischen Regisseure werden in Hamburg mit dem Douglas-Sirk-Preis geehrt.

„Drei thematische Strömungen ziehen sich wie rote Fäden durch die verschiedenen Sektionen: Zusammenhalt, Humor und Widerständigkeit“, sagte Festivalleiterin Malika Rabahallah bei der Vorstellung des diesjährigen Festivalprogramms. Sie spiegelten sich in zahlreichen Werken wider – mal leise und subtil, mal kraftvoll und pointiert. Schon der Eröffnungsfilm „Lovely Day“ des kanadischen Regisseurs Philippe Falardeau erzählt mit feinem Humor von Hoffnung, Heilung und der Zerbrechlichkeit des Glücks.

118 Werke aus 55 Ländern

Zum vierten Mal in Folge zeigt das Festival einen mit der Goldenen Palme von Cannes prämierten Film. Dieses Jahr ist es das neue Drama des iranischen Regisseurs Jafar Panahi. In „Ein einfacher Unfall“ erkennt ein Automechaniker seinen mutmaßlichen Folterer, und aus dem geplanten Racheakt wird eine existenzielle Prüfung. Panahi verbindet in seinem Film politische Anklage mit packendem Thrillerkino.

„Amrum“: Fatih Akin erzählt die Kindheit von Hark Bohm (27.9., Cinemaxx; 28.9., Metropolis) Mathias Bothor
Eine Frau und zwei Kinder bei der Feldarbeit mit einem Pferd.
„Amrum“: Fatih Akin erzählt die Kindheit von Hark Bohm (27.9., Cinemaxx; 28.9., Metropolis)

Auf dem roten Teppich werden zahlreiche internationale Regie- und Schauspielgrößen erwartet; die deutschen Stars Anke Engelke und Ulrich Tukur präsentieren „Und dann passiert das Leben“ von Neele Leana Vollmar, Matthias Schweighöfer zeigt Erik Schmitts „Das Leben der Wünsche“ und Laura Tonke, Detlev Buck, Jasper Billerbeck und Kian Köppke sind bei der Deutschlandpremiere von „Amrum“ dabei, dem neuen Film des Hamburger Regisseurs Fatih Akin nach den Erinnerungen von Hark Bohm.

Kinder- und Jugend-Filmfest im Studio-Kino

„Ein einfacher Unfall“ löst eine Kette schlimmer Ereignisse aus (28.9., 2.10., Cinemaxx). Le Films Pelleas
Ein Brautpaar und ein Mann stehen in einer Steppenlandschaft neben einem Auto.
„Ein einfacher Unfall“ löst eine Kette schlimmer Ereignisse aus (28.9., 2.10., Cinemaxx).

Nicht zu vergessen: Auch das junge Publikum kommt wieder auf seine Kosten, beim „Michel“. Das Kinder-und-Jugend-Filmfest ist seit 2003 Teil des „großen“ Festivals und auch in diesem Jahr wieder im Studio-Kino in der Bernstorffstraße zu Gast. Im Mittelpunkt der Filme stehen junge Heldinnen und Helden, die den Mut haben, für sich selbst und ihre Liebsten einzustehen.

„Honey“ ist neu an der Schule, die Schwester nervt und und und (2.10., Studio; 3.10., Alabama). Tine Harden
Eine Frau und zwei Mädchen sitzen auf einem Sofa.
„Honey“ ist neu an der Schule, die Schwester nervt und und und (2.10., Studio; 3.10., Alabama).

Zur „Michel“-Eröffnung wird der zauberhafte Animationsfilm „Die Schatzsuche im Blaumeisental“ gezeigt. Darin entdeckt die neunjährige Lucie bei einer Ausgrabung gemeinsam mit ihrer Mutter einen rätselhaften Schlüssel, der sie zu einem verborgenen Schatz der Vergangenheit führt – und mitten hinein in ein Abenteuer voller Fantasie und Familiengeheimnisse.

Freier Eintritt am 3. Oktober

Einen liebevollen Blick auf Außenseiter wirft der britische Animationsfilm „Alles voller Monster“. Und eine Dokumentation für Kinder gibt es: In „Zirkuskind“ macht sich der junge Santino auf die Suche nach seiner eigenen Zirkusnummer und erfährt dabei viel über die Geschichte seiner Familie – ein liebevolles Porträt des Zirkusalltags. In „Wild Foxes“ versucht der junge Boxer Camille, nach einem Unfall seinen Mut wiederzufinden. Für die Jüngsten gibt es wieder die beliebte „Reihe für Minis“. Zum „Michel“-Abschluss bringt Natasha Arthy mit „Honey“ eine energiegeladene Geschichte über Musik, Freundschaft und das Erwachsenwerden auf die Leinwand.

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Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wird es auch in diesem Jahr am 3. Oktober wieder den „Tag des freien Eintritts“ geben. In den fünf Festivalkinos Abaton, Studio, Metropolis, Cinemaxx Dammtor und Passage sind dann sämtliche Festivalstreifen für das Publikum frei zugänglich. Auch die diesjährigen „Filmfest ums Eck“-Kinos beteiligen sich mit jeweils einer kostenfreien Filmvorführung.

Filmfest Hamburg: 25.9.-4.10., zahlreiche Ticket-Varianten, „Michel“: 26.9.-2.10., Programm und Infos unter filmfesthamburg.de

Der Plan7 vom 12. September 2025 MOPO
Der Plan7 vom 12. September 2025
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