Wespennest am Haus? Was Sie tun können – und welche Ideen Sie besser verwerfen

Mann will Wespennest ausräuchern und setzt dabei Dach in Brand – Feuerwehreinsatz
Wespen stehen unter Artenschutz. Wer Wespennester zerstört, riskiert Strafanzeigen (Symbolfoto).

Sie kommen an den Kuchentisch, schwirren um Limonadengläser, landen auf Grillfleisch – und manchmal bauen sie ihr Nest direkt am Haus, im Schuppen, im Rollladenkasten oder unter dem Dach: Wespen können im Garten schnell zur Belastung werden. Wer dann aber einfach zur Dose greift, das Nest abspritzt oder die Einflugöffnung verschließt, kann sich richtig Ärger einhandeln.

Denn Wespen sind in Deutschland geschützt. Sie dürfen nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden. Auch ein Nest darf nicht einfach zerstört, ausgeräuchert, geflutet oder verschlossen werden. Besonders streng ist der Schutz bei Hornissen. Bei ihnen ist eine Entfernung oder Umsiedlung grundsätzlich Sache der zuständigen Naturschutzbehörde und geschulter Fachleute.

Erste Regel bei Wespen im Garten: Ruhe bewahren und Abstand halten

Die wichtigste Regel lautet: Ruhe bewahren, Abstand halten, Nest nicht anfassen. Wer zwei bis drei Meter Abstand hält, muss in der Regel nicht damit rechnen, dass die Insekten nervös oder sogar angriffslustig werden.

Nicht jedes Wespennest muss entfernt werden. Viele Nester stören kaum, wenn sie in einer Ecke des Gartens, hoch unter dem Dach oder abseits von Wegen liegen. Außerdem ist der Spuk meist zeitlich begrenzt: Ein Wespenstaat lebt nur eine Saison. Im Herbst stirbt das Volk ab, das alte Nest wird in der Regel nicht wieder bezogen. Wer also mit dem Nest leben kann, wartet am besten ab.

Wann ein Wespennest entfernt werden darf

Anders sieht es aus, wenn das Nest direkt am Hauseingang, am Balkon, neben der Terrasse, am Kinderzimmerfenster, im Rollladenkasten oder in der Nähe eines Spielbereichs liegt. Auch wenn Allergiker im Haushalt leben oder kleine Kinder ständig in Nestnähe kommen, kann eine Entfernung oder Umsiedlung gerechtfertigt sein.

Dann sollte aber nicht selbst hantiert werden. Zuständig sind Fachbetriebe, Wespenberater, Schädlingsbekämpfer oder – je nach Fall – die Untere Naturschutzbehörde.

Diese Methoden gegen Wespennester sind verboten und gefährlich

Auf keinen Fall sollte man das Nest mit Wasser abspritzen, anzünden, mit Bauschaum verschließen oder mit Stöcken bearbeiten. Das ist nicht nur rechtlich riskant, sondern auch gefährlich. Wespen verteidigen ihr Nest. Wer es angreift, muss mit vielen Stichen rechnen.

Auch von Hausmitteln direkt am Nest ist abzuraten. Rauch, Benzin, Essigreiniger, Insektenspray oder heißes Wasser können Tiere töten, Menschen gefährden und im schlimmsten Fall Brände auslösen. Besonders gefährlich ist es, ein Nest in Hohlräumen selbst zu bekämpfen – etwa im Dach, in der Fassade oder im Rollladenkasten. Dort ist oft nicht sichtbar, wie groß das Nest wirklich ist.

Was gegen Wespen am Tisch hilft

Was aber hilft gegen Wespen am Tisch? Am besten: nichts offenstehen lassen. Wer draußen isst, sollte Gläser abdecken und vor jedem Schluck prüfen, ob eine Wespe hineingeflogen ist. Kinder sollten nach dem Essen Mund und Hände abwischen. Außerdem gilt: Essensreste wegräumen, Fallobst aufsammeln, Mülltonnen geschlossen halten.

Wichtig ist auch: nicht pusten. Das Kohlendioxid in der Atemluft kann Wespen alarmieren. Besser ist es, ruhig zu bleiben und die Tiere vorsichtig wegzuschieben oder kurz zu warten, bis sie weiterfliegen. Hektisches Wedeln macht die Lage meist schlimmer.

Ablenkfütterung: Kann helfen, muss aber richtig stehen

Ablenkfütterung kann helfen, sollte aber mit Abstand zum Tisch stattfinden. Ein kleines Stück überreife Frucht kann Wespen an eine andere Stelle locken. Das funktioniert nicht immer, kann aber die Lage beim Essen entspannen. Fleisch oder Wurst sollte man nicht offen liegen lassen, weil Wespen damit ihre Larven füttern und dadurch besonders hartnäckig werden können.

Die gute Nachricht: Nur zwei der heimischen Wespenarten werden überhaupt von einem gedeckten Tisch angelockt. Die anderen Arten interessieren sich eher für andere Speisen..

Rollladenkasten: Besonders vorsichtig sein

Wer regelmäßig Wespen im Rollladenkasten bemerkt, sollte den Kasten während der Saison nicht ständig öffnen und schließen. Das kann die Tiere reizen. Nach dem Absterben des Volks im Herbst kann das alte Nest entfernt und die Einflugstelle abgedichtet werden.

Das ist der beste Zeitpunkt für Vorbeugung: Ritzen schließen, Fliegengitter anbringen, Hohlräume sichern.

Mieter sollten den Vermieter informieren

Bei Mietwohnungen gilt: Vermieter informieren, wenn ein Nest die Nutzung von Balkon, Fenster oder Wohnung erheblich beeinträchtigt. Eigenmächtige Aktionen sind auch hier keine gute Idee. Wer einen Fachbetrieb beauftragt, sollte vorher klären, wer die Kosten übernimmt.

Die Feuerwehr ist meist nicht zuständig. Sie kommt in der Regel nur bei akuter Gefahr, etwa wenn Menschen unmittelbar bedroht sind. Für normale Nester am Haus oder im Garten sind Fachleute die richtige Adresse.

Wespennest nicht selbst zerstören – Fachleute holen

Die Faustregel bei Wespen im Garten lautet: Einzelne Wespen am Tisch kann man mit Ruhe, Ordnung und Abdecken gut in den Griff bekommen. Ein Nest sollte nur entfernt werden, wenn es wirklich gefährlich oder unzumutbar ist. Und dann gilt: nicht selbst machen, sondern Fachleute einschalten.