Trinkgeld bei Kartenzahlung

Trinkgeld am Kartenterminal: Viele Deutsche fühlen sich unter Druck Foto: picture alliance/dpa/Sina Schuldt

Plötzlich Trinkgeld auf dem Display: Viele Deutsche fühlen sich unter Druck

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Trinkgeld per Karte? Für viele Menschen in Deutschland ist das eher unangenehm als hilfreich. Eine neue Umfrage zeigt: Die Vorschläge am Terminal kommen längst nicht bei allen gut an.

Beim Bezahlen mit Karte ploppen immer öfter feste Trinkgeldvorschläge auf. Zehn Prozent, 15 Prozent oder noch mehr. Doch was als praktische Hilfe gedacht sein mag, sorgt bei vielen eher für Unbehagen. Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom findet nur rund jeder Dritte in Deutschland solche Trinkgeldoptionen an Kartenterminals praktisch. Andersherum heißt das: Sieben von zehn können gut darauf verzichten.

Trinkgeld am Kartenterminal setzt viele unter Druck

Besonders zurückhaltend sind ältere Menschen. Bei den über 65-Jährigen liegt die Zustimmung laut Umfrage nur bei rund 22 Prozent.

Ein Grund: Rund zwei Drittel der Befragten sagen, dass sie durch die eingeblendeten Vorschläge am Ende mehr Trinkgeld geben als ursprünglich geplant. Die Auswahl am Display setzt viele also spürbar unter Druck.

Trinkgeld bei Kartenzahlung: Zweifel, ob es beim Personal ankommt

Hinzu kommt ein weiteres Problem. Viele Menschen wissen offenbar nicht, ob das extra gezahlte Geld tatsächlich komplett beim Personal landet. Nur etwa jeder Zweite glaubt laut Umfrage, dass das Trinkgeld am Ende auch vollständig dort ankommt, wo es ankommen soll.

So lässt sich Druck vermeiden

Die Wirtschaftspsychologin Prof. Julia Pitters von der IU Internationale Hochschule rät deshalb, sich schon vor dem Bezahlen klarzumachen, ob und wie viel Trinkgeld man überhaupt geben will.

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Wer mit einer festen Entscheidung an das Terminal geht, wird von den Vorschlägen auf dem Bildschirm weniger leicht überrumpelt.

Trinkgeld selbstbewusst geben – oder auch nicht

Auch Gespräche mit anderen können helfen, den eigenen Maßstab neu zu justieren. Wer weiß, dass andere ebenfalls manchmal wenig oder gar kein Trinkgeld geben, fühlt sich bei der nächsten Zahlung womöglich sicherer.

So lässt sich der innere Kompass geraderücken – und die Entscheidung fällt leichter.

Verbraucherzentrale rät zur Ruhe

Auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz empfiehlt, sich an der Kasse nicht zusätzlich unter Zeitdruck setzen zu lassen. Eine wartende Schlange hinter einem sollte kein Grund sein, vorschnell zu entscheiden. Und: Wird am Terminal keine passende Trinkgeldoption angezeigt, sollte man einfach nachfragen.

Die Umfrage wurde von Bitkom Research im Auftrag des Branchenverbands Bitkom durchgeführt. Befragt wurden telefonisch mehr als 1000 Menschen ab 16 Jahren. (dpa/mp)

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