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Ein Schnäppchen beim Online-Shopping kann bei Bestellungen außerhalb der EU schnell teuer oder sogar beschlagnahmt werden. Foto: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-tmn

Neue EU-Gebühren: Warum Online-Shopping bald teurer wird

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Günstige Schnäppchen aus China oder den USA sind beim Online–Shopping für viele Käufer verlockend. Doch wer außerhalb der EU bestellt, riskiert Zusatzkosten, Ärger mit dem Zoll – und im schlimmsten Fall sogar den kompletten Verlust des Geldes.

Online bestellen ist bequem. Ein Klick und die Ware ist unterwegs. Doch wenn Produkte aus Nicht-EU-Ländern kommen, kann es schnell kompliziert werden. Viele Verbraucher bestellen direkt bei Anbietern oder über Plattformen aus China, den USA oder anderen Ländern. Was oft günstiger erscheint, kann am Ende deutlich teurer werden.

Wer für die Einfuhr haftet

Sobald ein Paket die EU-Grenze überschreitet, kann der Käufer verantwortlich gemacht werden. Darauf weist Birgit Janik vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland hin.

Das bedeutet: Stuft der Zoll ein Produkt als Fälschung ein, wird es einbehalten. Das Geld ist dann weg. Eine Strafe droht privaten Käufern jedoch nicht.

Online-Shopping weltweit: Diese Gebühren kommen auf Käufer zu

Für Online-Shopping-Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern fallen grundsätzlich Abgaben an. Aktuell gilt: Bis 150 Euro Warenwert fällt kein Zoll an. Doch das ändert sich bald. Ab dem 1. Juli 2026 wird eine Abgabe von drei Euro pro Warenkategorie fällig. Ab November 2026 soll zusätzlich eine weitere Gebühr kommen, deren Höhe noch festgelegt wird. Langfristig plant die EU, ab 2028 alle Sendungen zollpflichtig zu machen – und zwar ab dem ersten Euro. Ziel ist es, Billigimporte zu reduzieren und den Wettbewerb fairer zu gestalten.

Liegt der Warenwert über 150 Euro, müssen Käufer schon jetzt zahlen. Dann werden Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls Verbrauchssteuern fällig. Zusätzlich verlangen viele Paketdienste eine Servicepauschale für die Zollabwicklung – meist etwa 7,50 Euro. Bleibt ein Paket beim Zoll hängen und wird nicht automatisch abgewickelt, müssen Käufer es selbst abholen und die Gebühren vor Ort bezahlen.

Online-Shopping in Nicht-EU-Ländern: Rückgabe und Gewährleistung problematisch

Ein großes Risiko: Für Produkte außerhalb der EU gilt nicht automatisch deutsches Recht. Das kann bedeuten, dass Rückgaben schwierig sind oder gar nicht möglich. Auch bei Mängeln haben Käufer oft schlechte Karten. Dazu kommen hohe Rücksendekosten, die selbst getragen werden müssen.

Vorsicht bei Dropshipping

Beim sogenannten Dropshipping bestellt man bei einem Online-Shop, der die Ware direkt aus dem Ausland liefern lässt. Dabei können zusätzliche Kosten entstehen, etwa durch aufgeschlagene Lagergebühren. Auch hier fallen Zölle und Steuern an.

Worauf Käufer achten sollten

Wer außerhalb der EU bestellt, sollte sich vorab genau informieren. Wichtig ist, dass alle Gebühren transparent im Angebot aufgeführt sind.

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Bei Elektronik ist zudem die CE-Kennzeichnung entscheidend. Sie zeigt, dass das Produkt den EU-Standards entspricht. Klar ist aber auch: Sehr niedrige Preise gehen oft mit schlechter Qualität einher. Produkte halten kürzer – und müssen schneller ersetzt werden. (dpa/mp)

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