Ein Sparkassenmitarbeiter blickt in ein Bankschließfach

Bankschließfächer erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Doch wie sicher sind sie? Und was darf man darin lagern? Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Bankschließfach: Was hineingehört – und was besser draußen bleibt

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Schmuck, Dokumente, Gold oder Bargeld? Ein Bankschließfach gilt für viele als sicherer Aufbewahrungsort. Doch nicht alles gehört hinein – und nach jüngsten Einbrüchen fragen sich viele Kunden, wie sicher der Inhalt wirklich ist.

Ein Bankeinbruch Ende Dezember 2025 hat international für Aufsehen gesorgt. Unbekannte Täter bohrten sich von einem angrenzenden Parkhaus aus bis zu den Schließfachräumen der Sparkasse Gelsenkirchen vor und plünderten dort rund 3100 Bankschließfächer. Die Beute soll einen Wert von mehr als 100 Millionen Euro haben. Viele betroffene Kundinnen und Kunden wollen nun auf juristischem Weg erreichen, dass die Sparkasse die entstandenen Schäden ersetzt.

Auch in Bonn, Halle und bei Bremen wurden zuletzt Schließfächer geplündert. Kein Wunder also, dass sich viele Mieterinnen und Mieter eines Bankschließfachs fragen, wie sicher so ein Safe bei der Bank überhaupt ist – und was dort sinnvoll aufbewahrt werden sollte.

Wie sicher der Schließfachinhalt wirklich ist

„Bankschließfächer bieten im Vergleich zur privaten Aufbewahrung zu Hause in der Regel deutlich höhere Sicherheitsstandards“, sagt Cornelia Schulz, Sprecherin der Deutschen Kreditwirtschaft. Dazu gehörten bauliche Schutzmaßnahmen, technische Überwachung und klar definierte organisatorische Verfahren.

Auch Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg hält Bankschließfächer trotz der jüngsten Raubzüge für sicherer als den heimischen Kleiderschrank. Absolute Sicherheit gebe es aber nicht. Wie gut der Inhalt versichert ist, hängt von den jeweiligen Vereinbarungen ab. Häufig gibt es laut Schulz eine Grundabsicherung bis zu einer bestimmten Höchstsumme.

Nach Angaben des Verbraucherportals Finanztip ist Bargeld allerdings nicht immer mitversichert. Wer höhere Werte im Bankschließfach lagern möchte, sollte deshalb prüfen, welche Gegenstände genau vom Versicherungsschutz erfasst sind und ob eine zusätzliche Absicherung sinnvoll ist.

Bankschließfach: Nachfrage bleibt hoch

Genaue Statistiken zur Zahl von Bankschließfächern gibt es nach Angaben der Deutschen Kreditwirtschaft nicht. Cornelia Schulz sagt aber, die Nachfrage sei erfahrungsgemäß fast überall kontinuierlich hoch.

Gleichzeitig ist das Angebot kleiner geworden. Sandra Klug weist darauf hin, dass durch die Schließung vieler Filialen auch weniger Schließfächer bei Banken und Sparkassen verfügbar sind. Genutzt werden sie laut Schulz nicht nur von Privatpersonen aus allen Bevölkerungsgruppen und mit unterschiedlichem Vermögenshintergrund. Auch Unternehmen mieten Schließfächer an.

Diese Dinge können hinein

Nach Angaben von Sandra Klug lassen sich in einem Bankschließfach unter anderem Schmuck, Münzen und Gold aufbewahren. Auch Urkunden, Versicherungspolicen, Datenträger und Bargeld kommen dafür infrage.

Bei sehr großen Geldbeträgen rät Cornelia Schulz allerdings zu einer anderen Lösung. Konten seien dafür grundsätzlich die sicherste Form der Aufbewahrung.

Diese Dinge sind tabu

Wer ein Schließfach mieten möchte, muss gegenüber dem jeweiligen Geldinstitut nicht offenlegen, was dort gelagert werden soll. Darauf weist Finanztip hin. Dennoch darf man nicht alles hineinlegen. Was genau nicht in ein Bankschließfach darf, steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Bank oder Sparkasse. Dort finden sich die konkreten Ausschlüsse und Einschränkungen.

Nicht zulässig sind laut Cornelia Schulz etwa gefährliche oder rechtswidrige Gegenstände. Dazu zählen beispielsweise illegale Waffen oder Drogen, aber auch Lebewesen oder radioaktive Substanzen.

So hoch sind die Kosten für ein Bankschließfach

Wie teuer ein Bankschließfach ist, hängt vom Anbieter ab. Auch Größe und Standort spielen beim Preis eine Rolle, sagt Cornelia Schulz. Deshalb sei es sinnvoll, die Kosten direkt bei der jeweiligen Bank oder Sparkasse zu erfragen.

Nach Angaben von Verbraucherschützerin Sandra Klug liegen die Preise in den meisten Fällen etwa zwischen 80 und 200 Euro pro Jahr.

Bankschließfach: So lässt sich der Inhalt nachweisen

Wer für den Ernstfall vorsorgen will, sollte frühzeitig dokumentieren, was im Schließfach liegt. Sandra Klug empfiehlt, von Anfang an eine Inventarliste zu erstellen. Außerdem sollte sich etwa das Gewicht von Schmuck belegen lassen. So kann später zum Beispiel der Goldpreis bestimmt werden. Fotos und Rechnungen helfen ebenfalls bei der Dokumentation des Inhalts. Zusätzlich rät Klug, einen Zeugen mit zum Schließfach zu nehmen. So lässt sich der Inhalt im Fall eines Schadens besser belegen.

Muss die Bank das Schließfach melden? Und wer hat Zugriff?

Um die Meldepflicht der Bank zur Existenz eines Schließfachs ranken sich immer wieder Mythen. Richtig ist: Geldinstitute müssen ein Schließfach samt Namen des Mieters oder der Mieterin dem Finanzamt melden – allerdings erst nach dessen oder deren Tod.

Haben Erben eine Vollmacht für das Schließfach, kommen sie an dessen Inhalt. Dafür müssen sie sich als Erben legitimieren können – entweder durch Vorlage eines Erbscheins, eines eröffneten notariellen Testaments oder eines Erbvertrags –, jeweils in Kombination mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass. Weil ein notarielles Testament oft ausreicht, können sie sich die Kosten des Erbscheins sparen. (dpa/mp)

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