Ratgeber

Autokorso nach dem WM-Sieg: Diese Fehler können richtig teuer werden

Deutschlandflagge auf einem Autodach, befestigt für Fan-Deko im Straßenverkehr.
Fahnen und Fan-Deko mit Maß: Kleine Fähnchen und Spiegelsocken sind erlaubt, solange sie die Sicht nicht einschränken oder sich bei schneller Fahrt lösen können.

Deutschland-Deko, Gehupe, Jubel auf der Straße: Nach einem Fußball-Sieg feiern viele Fans im Auto weiter. Erlaubt ist dabei einiges – doch bei Alkohol, Handy und gefährlichen Aktionen hört der Spaß auf.

Das Spiel ist aus, die Freude riesig: Für viele Fußballfans geht die Feier nach dem Abpfiff auf der Straße weiter. Mit Fahnen, Gehupe und Autokorso zeigen sie, wie groß der Jubel ist.

Auch Autofahrerinnen und Autofahrer dürfen ihrer Freude Ausdruck geben. Doch es gibt klare Grenzen. Die Experten von ADAC, Automobil-Club Verkehr (ACV) und TÜV Thüringen raten deshalb, besonders auf fünf Punkte zu achten.

Beim Autokorso sicher feiern: Verkehrsregeln gelten weiter

Auch wenn es kein ausdrückliches Autokorso-Verbot gibt, kann so eine Aktion gegen mehrere Regeln der Straßenverkehrsordnung verstoßen. Dazu zählen unnötiger Lärm, vermeidbare Abgase und unnützes Hin- und Herfahren innerhalb geschlossener Ortschaften.

Solche Verstöße können saftige Strafen nach sich ziehen. Zwar werden Autokorsos mit Gehupe bei großen Fußballereignissen häufig geduldet. Einen Anspruch darauf gibt es aber nicht.

Und auch im Siegestaumel gelten die allgemeinen Verkehrsregeln. Wer im Autokorso mitfährt, muss an roten Ampeln halten, Vorfahrt beachten und Kreuzungen freihalten. Rettungsfahrzeuge dürfen nicht behindert werden. Auch eine Rettungsgasse muss jederzeit möglich sein.

Autokorso: Alle Insassen müssen geschützt sein

Im Jubel-Auto müssen alle Insassen auf einem regulären Platz sitzen. Außerdem müssen sie angeschnallt sein. Nur bei Schrittgeschwindigkeit besteht im Grunde keine Anschnallpflicht. Trotzdem bleibt Sicherheit das Wichtigste.

Ganz klar tabu ist es, sich aus dem Fenster oder Schiebedach zu lehnen. Ebenso verboten: auf der Motorhaube eines fahrenden Fahrzeugs zu posieren. Für Fahrerinnen und Fahrer gilt außerdem: Hände weg vom Smartphone und von anderen elektronischen Geräten. Das gilt selbst bei Schrittgeschwindigkeit.

Laut TÜV Thüringen drohen für Fotografieren oder Posten während der Fahrt 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.

Fan-Deko darf nicht gefährlich werden

Kleine Fähnchen an den Seitenscheiben, Aufkleber oder Spiegelsocken sind grundsätzlich kein Problem. Entscheidend ist, dass das Sichtfeld nicht eingeschränkt und die Sicherheit nicht gefährdet wird. Ein Spiegelüberzieher darf zum Beispiel keine in den Außenspiegel integrierten Blinkleuchten verdecken. Auch das Autokennzeichen muss sichtbar bleiben.

Die Deko darf außerdem keine losen oder abstehenden Teile haben. Damit sich Fähnchen bei höherem Tempo nicht lösen, rät der ADAC, sie vor Überland- oder Autobahnfahrten abzunehmen. Klar verboten sind große Fahnen an langen Stangen oder andere Gegenstände, die während der Fahrt aus dem Fenster gehalten werden. Auch Pyrotechnik ist tabu.

Livestream während der Fahrt ist keine gute Idee

Läuft das Spiel noch, kann der Livestream im Auto verlockend sein. Doch beim Fahren gilt: Hören ist sicherer als Sehen. Schon ein kurzer Blick aufs Display kann gefährlich werden. Laut ACV reichen bei Tempo 50 schon wenige Sekunden, um 25 Meter im Blindflug zurückzulegen.

Wer fährt, sollte sich deshalb nicht vom Bildschirm ablenken lassen. Das Spiel kann warten – die Sicherheit nicht.

Alkohol bleibt auch im Autokorso tabu

Auch wenn der Sieg gefeiert werden soll: Alkohol hat im Zusammenhang mit Autofahren im Idealfall nichts verloren. Die üblichen Promillegrenzen gelten auch während der WM. Für Autofahrende liegt die Grenze bei 0,5 Promille. Kommen Fahrfehler hinzu, kann aber schon ab 0,3 Promille eine Straftat vorliegen.

Für Fahranfängerinnen und Fahranfänger in der Probezeit gilt ein absolutes Alkoholverbot. Wer sicher feiern will, lässt das Auto nach dem Trinken stehen. (dpa/mp)

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