Schädlinge im Garten: Diese Tiere haben jetzt Hochsaison
Der Salat ist angefressen, die Rosenknospen kleben, im Apfelbaum hängen Gespinste: Ende Mai und Anfang Juni ist im Garten viel los – leider nicht nur bei den Pflanzen. Viele Schädlinge sind jetzt besonders aktiv, weil junge Triebe, zarte Blätter und frisch angesetzte Früchte reichlich Nahrung bieten.
Wer jetzt regelmäßig kontrolliert, kann größere Schäden oft noch verhindern. Die wichtigste Regel: Nicht wahllos sprühen, sondern erst genau hinsehen. Viele Probleme lassen sich mit Absammeln, Wasserstrahl, Barrieren, Netzen oder Nützlingen deutlich besser in den Griff bekommen als mit der schnellen Chemiekeule.
Blattläuse: Klebrige Triebe und eingerollte Blätter
Blattläuse gehören jetzt zu den häufigsten Schädlingen im Garten. Sie sitzen an Rosen, Obstbäumen, Kräutern, Bohnen, Paprika, Balkonpflanzen und jungen Trieben. Besonders beliebt sind weiche, frische Pflanzenteile.
Typisch sind gekräuselte oder eingerollte Blätter, klebriger Honigtau, verformte Triebspitzen und Ameisen, die an den Pflanzen entlanglaufen. Ameisen interessieren sich für den süßen Honigtau und schützen die Läuse oft sogar vor Fressfeinden.
Bei leichtem Befall hilft ein kräftiger Wasserstrahl. Stark befallene Triebspitzen können abgeschnitten werden. Außerdem lohnt es sich, Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und andere Nützlinge zu fördern. Sie fressen Blattläuse in großer Zahl.
Apfelwickler: Der Wurm im Apfel
Bei Apfelbäumen beginnt jetzt die kritische Zeit für den Apfelwickler. Die Falter legen ihre Eier an junge Früchte und Blätter. Später bohren sich die Raupen in die Äpfel und fressen sich Richtung Kerngehäuse.
Der Befall zeigt sich durch kleine Einbohrlöcher, braunes Kotmehl und später wurmige Früchte. Manche Äpfel fallen frühzeitig ab.
Jetzt lohnt sich die Kontrolle mit Pheromonfallen. Sie zeigen an, wann die Falter fliegen. Gegen den Befall hilft vor allem Hygiene: befallene Früchte früh entfernen, Fallobst regelmäßig aufsammeln und ab Juni Wellpappringe am Stamm anbringen. Dort verstecken sich Raupen zur Verpuppung; die Ringe müssen regelmäßig kontrolliert und entsorgt werden.
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Weiße Fliege: Kleine Wolken an Kohl und Gewächshauspflanzen
Die Weiße Fliege ist besonders im Gewächshaus, auf dem Balkon und an Kohlgewächsen ein Problem. Wenn man die Pflanze berührt, fliegen kleine weiße Insekten auf. Die Tiere saugen an den Blättern und scheiden Honigtau aus.
Befallene Blätter können vergilben, klebrig werden oder von schwarzen Rußtaupilzen überzogen sein. Besonders betroffen sind Tomaten, Gurken, Kohl, Fuchsien und andere weiche Pflanzen.
Hilfreich sind Gelbtafeln zur Kontrolle, regelmäßiges Abduschen, gute Belüftung im Gewächshaus und das Entfernen stark befallener Blätter. Im geschützten Anbau können auch Nützlinge eingesetzt werden.
Spinnmilben: Problem bei Wärme und Trockenheit
Spinnmilben profitieren von warmem, trockenem Wetter. Sie treten besonders häufig im Gewächshaus, auf Balkonen und an Kübelpflanzen auf. Gefährdet sind Gurken, Tomaten, Bohnen, Erdbeeren und viele Zierpflanzen.
Erste Anzeichen sind feine helle Sprenkel auf den Blättern. Später wirken die Blätter matt, silbrig oder bronzefarben. Bei starkem Befall sieht man feine Gespinste.
Wichtig ist, früh zu reagieren. Befallene Pflanzen sollten abgeduscht und die Luftfeuchtigkeit erhöht werden, sofern die Pflanzen das vertragen. Stark befallene Blätter können entfernt werden. Im Gewächshaus helfen Raubmilben als natürliche Gegenspieler.
Schnecken: Gefahr für Salat, Dahlien und junge Pflanzen
Nach Regen oder in feuchten Nächten sind Schnecken besonders aktiv. Vor allem Nacktschnecken können im Beet großen Schaden anrichten. Gefährdet sind Salat, Dahlien, Funkien, Basilikum, junge Gemüsepflanzen, Zucchini, Kürbis und Erdbeeren.
Erkennbar ist der Befall an großen Fraßlöchern, abgefressenen Jungpflanzen und silbrigen Schleimspuren. Besonders ärgerlich: Oft verschwinden frisch gesetzte Pflanzen über Nacht fast vollständig.
Am besten hilft eine Kombination aus Absammeln, Schneckenbarrieren und Vorbeugung. Schneckenzäune, Schneckenkragen und Hochbeete mit glatten Kanten können empfindliche Pflanzen schützen. Gießen sollte man möglichst morgens statt abends, damit die Beete nachts nicht unnötig feucht sind.
Erdflöhe: Kleine Löcher in Rucola, Radieschen und Kohl
Erdflöhe sind winzige Käfer, die vor allem Kreuzblütler befallen. Dazu gehören Radieschen, Rucola, Rettich, Kohlrabi, Kohl und Asia-Salate. Besonders Jungpflanzen leiden unter dem Fraß. Typisch sind viele kleine Löcher in den Blättern – fast so, als wäre die Pflanze mit Schrot beschossen worden. Trockenes, warmes Wetter begünstigt Erdflöhe.
Vorbeugend helfen Kulturschutznetze, gleichmäßige Bodenfeuchte und schnelles Wachstum der Pflanzen. Wer den Boden regelmäßig feucht hält und mulcht, macht es den Erdflöhen schwerer.
Dickmaulrüssler: Buchtenfraß am Blattrand
Der Dickmaulrüssler frisst nachts und versteckt sich tagsüber. Typisch ist der buchtenförmige Fraß an Blatträndern. Besonders betroffen sind Rhododendron, Kirschlorbeer, Erdbeeren, Hortensien, Eiben und viele Kübelpflanzen.
Die erwachsenen Käfer schädigen die Blätter. Noch gefährlicher sind die Larven im Boden: Sie fressen an den Wurzeln. Pflanzen können dadurch welken, obwohl die Erde feucht ist.
Gegen die Larven helfen Nematoden, die mit dem Gießwasser ausgebracht werden. Wichtig sind die richtige Bodentemperatur und ausreichend Feuchtigkeit. Erwachsene Käfer lassen sich nachts absammeln.
Raupen: Nicht alle dieser Schädlinge sind ein Problem
Auch Raupen sind im Mai und Juni häufig zu finden – an Obstbäumen, Kohlpflanzen, Ziersträuchern und Stauden. Am Apfelbaum fallen vor allem Frostspanner, Gespinstmotten, Wicklerraupen und später Apfelwickler auf.
Typisch sind angefressene Blätter, zusammengerollte oder versponnene Blätter, helle Gespinste im Geäst oder Fraßstellen an jungen Früchten. Bei Kohlpflanzen sitzen Raupen und Eigelege oft auf den Blattunterseiten.
Nicht jede Raupe muss sofort bekämpft werden. Viele werden später zu Schmetterlingen oder dienen Vögeln als Futter. Handeln sollte man aber, wenn junge Pflanzen stark geschädigt werden oder große Teile eines Baums eingesponnen sind. Dann helfen Absammeln, Herausschneiden einzelner Gespinste oder das Entfernen befallener Blätter.
Buchsbaumzünsler: Jetzt den Buchs kontrollieren
Wer noch Buchsbaum im Garten hat, sollte jetzt besonders genau hinschauen. Die Raupen des Buchsbaumzünslers sitzen oft gut versteckt im Inneren der Pflanze. Von außen fällt der Befall deshalb manchmal erst spät auf. Warnzeichen sind abgefressene Blätter, grüne Kotkrümel, Gespinste und kahle Stellen im Buchs. Je früher der Befall entdeckt wird, desto besser.
Bei leichtem Befall helfen Absammeln oder kräftiges Ausspülen der Pflanzen. Stark befallene Partien sollten entfernt werden. Bei größerem Befall können zugelassene biologische Mittel eingesetzt werden. Wichtig ist, den Buchs regelmäßig bis ins Innere zu kontrollieren.
Was jetzt im Garten gegen Schädlinge hilft
Die beste Strategie gegen Schädlinge im Garten ist regelmäßige Kontrolle. Wer alle paar Tage unter Blätter schaut, junge Triebe prüft und gefährdete Pflanzen beobachtet, entdeckt viele Probleme früh genug.
Statt sofort zu spritzen, helfen oft einfache Maßnahmen: Blattläuse abspülen, Schnecken absammeln, Raupen entfernen, Kulturschutznetze auflegen, Nützlinge fördern und befallene Pflanzenteile rechtzeitig entfernen. Auch der richtige Standort, gute Luftzirkulation und maßvolle Düngung machen Pflanzen widerstandsfähiger.
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Wichtig ist außerdem: Nicht jeder Schädling ist gleich eine Katastrophe. Ein paar angefressene Blätter verkraften die meisten Pflanzen. Kritisch wird es, wenn junge Pflanzen verschwinden, Obst befallen wird oder sich Schädlinge massenhaft ausbreiten.