Ratgeber
Italienurlaub: Mit diesem Spiegeltrick zocken Betrüger Touristen ab
Ein lauter Knall, ein kaputter Spiegel und die Forderung nach Bargeld: Warum Urlauber in Italien derzeit besonders aufmerksam sein sollten.
Der Sommerurlaub führt viele Menschen mit dem Auto nach Italien. Doch auf den Autobahnen und Landstraßen häufen sich derzeit Fälle einer perfiden Betrugsmasche: dem sogenannten Spiegeltrick. Davor warnen sowohl der ADAC als auch der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC). Nach deren Angaben haben es die Täter gezielt auf Touristen abgesehen.
Wie die österreichische Zeitung „Heute“ berichtet, verlor ein Ehepaar im Italienurlaub auf diese Weise rund 600 Euro. Nachdem die Urlauber auf einer Autobahn ein anderes Fahrzeug überholt hatten, hörten sie plötzlich einen lauten Knall. Kurz darauf setzte sich der andere Fahrer neben sie, zeigte auf seinen angeblich beschädigten Außenspiegel und forderte sie auf, auf einen Rastplatz zu fahren.
Dort behauptete der Mann, die Urlauber hätten seinen Spiegel beschädigt. Als vermeintlichen Beweis zeigte er einen Kratzer am Auto des Ehepaars und präsentierte auf seinem Handy ein Ersatzteil für rund 800 Euro. Er drängte darauf, den Schaden sofort bar zu begleichen – ohne Polizei oder Versicherung einzuschalten. Aus Angst zahlte das Paar schließlich knapp 600 Euro. Erst später stellte sich mithilfe der Dashcam heraus, dass der Spiegel bereits zuvor beschädigt gewesen war. Der angebliche Kratzer am eigenen Auto ließ sich später sogar einfach abwaschen.
Nicht alle Täter haben Erfolg. Ein anderer Urlauber erkannte die Masche rechtzeitig, kündigte an, die Polizei zu rufen – woraufhin der vermeintlich Geschädigte sofort davonfuhr.
Wo Urlauber besonders aufpassen sollten
Nach Angaben des ÖAMTC wurden zahlreiche Fälle in beliebten Urlaubsorten an der oberen Adria, etwa rund um Caorle und Jesolo, sowie in der Gegend von Livorno bekannt. Auch auf der Autobahn A22 bei Rovereto wurden zuletzt ähnliche Vorfälle gemeldet. Grundsätzlich kann die Masche aber auch in anderen Ländern auftreten.
So funktioniert der Spiegeltrick
Der Betrüger wartet am Straßenrand oder auf der rechten Spur auf ein geeignetes Opfer.
Beim Vorbeifahren wirft er häufig einen Stein oder einen anderen Gegenstand gegen das Auto, sodass ein lauter Knall entsteht.
Anschließend fordert er den Fahrer durch Hupen oder Gestikulieren zum Anhalten auf.
Er behauptet, sein Außenspiegel sei beim angeblichen Zusammenstoß beschädigt worden. Der Spiegel ist jedoch meist bereits vorher kaputt oder präpariert.
Teilweise wird mit wasserlöslicher Spezialkreide zusätzlich ein vermeintlicher Kratzer am Fahrzeug des Opfers erzeugt.
Anschließend verlangt der Täter Bargeld und schlägt vor, auf Polizei und Versicherung zu verzichten. Dabei setzen die Betrüger ihre Opfer häufig unter erheblichen Druck.
So sollten Betroffene reagieren
Die Masche ist besonders tückisch, weil Betroffene während der Fahrt oft nicht sicher einschätzen können, ob tatsächlich ein Unfall passiert ist. Wer auf die Aufforderung zum Anhalten gar nicht reagiert, riskiert im Ernstfall den Vorwurf der Fahrerflucht.
Der ADAC empfiehlt deshalb, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und grundsätzlich die Polizei zu verständigen. Allein die Ankündigung, die Beamten hinzuzuziehen, bringt viele Betrüger dazu, ihr Vorhaben abzubrechen. Außerdem lohnt sich ein genauer Blick auf den angeblichen Kratzer am eigenen Auto: Ist er mit wasserlöslicher Kreide aufgetragen, lässt er sich meist problemlos entfernen.
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