Gesundheit
Schlafmangel kann dem Herzen schaden – warum gute Nächte lebenswichtig sind
Wer dauerhaft zu wenig schläft, riskiert nicht nur Müdigkeit am Tag. Auch das Herz leidet. Die Deutsche Herzstiftung erklärt, warum Schlafmangel Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt – und was jeder für besseren Schlaf tun kann.
Gut und ausreichend zu schlafen, ist weit mehr als eine Frage der Erholung. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung kann Schlafmangel langfristig das Risiko erhöhen, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben.
Der Grund: Während des Schlafs läuft im Körper ein wichtiges Reparaturprogramm. Wer regelmäßig zu wenig schläft, stört diese Prozesse.
Schlafmangel: So entstehen Gefäßschäden
Fehlt dem Körper die nötige Erholung, steigt die Menge aggressiver Sauerstoffverbindungen, sogenannter freier Radikale. Sie greifen Zellen und Gewebe an und fördern schwelende Entzündungen.
Diese Entzündungen können mit der Zeit die empfindliche Innenschicht der Blutgefäße schädigen. Dadurch wird Arteriosklerose begünstigt. Dabei lagern sich Blutfette, Blutgerinnsel und Kalk in den Gefäßwänden ab. Das gilt als wichtigste Ursache für Herzinfarkte, Herzschwäche und Schlaganfälle.
Schlafapnoe setzt das Herz unter Dauerstress
Nicht nur zu wenig Schlaf belastet das Herz. Auch eine Schlafapnoe kann gefährlich werden. Betroffene wachen durch Atemaussetzer nachts immer wieder kurz auf – im Extremfall bis zu 300-mal.
Das setzt den Körper unter Dauerstress. Stresshormone werden ausgeschüttet und der Blutdruck steigt. Wer regelmäßig schnarcht und von Atempausen im Schlaf berichtet bekommt, sollte das ärztlich untersuchen lassen.
„Eine unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall und verkürzt die Lebenserwartung“, sagt Prof. Anhil-Martin Sinha aus dem wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.
Sieben Stunden Schlaf gelten als ideal
Wie lange sollte man schlafen? Nach Angaben der Herzstiftung steigt das allgemeine Erkrankungsrisiko, wenn Erwachsene dauerhaft weniger als fünf oder mehr als neun Stunden pro Nacht schlafen.
Empfohlen werden im Durchschnitt sieben Stunden Schlaf pro Nacht.
Schlafmangel vermeiden: Mit einfachen Tipps besser schlafen
Schon kleine Veränderungen können helfen, die Schlafqualität zu verbessern. Wichtig sind möglichst feste Schlafenszeiten – auch am Wochenende. Die Zeiten zum Einschlafen und Aufstehen sollten idealerweise um nicht mehr als 30 Minuten schwanken.
Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige Schlafzeiten die Herzgesundheit unterstützen können – besonders dann, wenn die Schlafdauer eher kurz ist.
Auch feste Abendrituale wie Lesen, Meditation oder Entspannungsübungen können das Einschlafen erleichtern. Regelmäßige Bewegung wirkt sich ebenfalls positiv auf Herz und Schlaf aus. Intensive Sporteinheiten sollten jedoch möglichst vor 18 Uhr stattfinden, da spätes Training den Körper eher aktiviert als entspannt. (dpa/mp)
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