Gesundheit

Schichtarbeit bringt den Körper aus dem Takt – und kann sogar Krebs begünstigen

Leuchtende Fenster in einem Bürogebäude bei Nacht
Nachts ist für den Körper eigentlich Erholung angesagt – deshalb sind Schichtdienste oft gesundheitlich belastend.

Wer nachts oder in wechselnden Schichten arbeitet, lebt dauerhaft gegen die innere Uhr. Das kann nicht nur Schlaf und Konzentration beeinträchtigen, sondern langfristig auch das Risiko für schwere Erkrankungen erhöhen.

Helligkeit und Dunkelheit bestimmen wesentlich den Biorhythmus des Menschen. An ständig wechselnde Arbeitszeiten kann sich der Körper jedoch nur begrenzt anpassen.

Nachtarbeit bleibt deshalb nicht ohne Folgen. Früher oder später kann sie den Körper belasten und gesundheitliche Beschwerden auslösen.

Schichtarbeit und Krebsrisiko: Die innere Uhr gerät durcheinander

„Die innere Uhr unseres Körpers reguliert den biologischen Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen“, erklärt Volker Harth, Arbeitsmediziner am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Dieser Rhythmus steuert wichtige Stoffwechselfunktionen. Dazu gehören die Körpertemperatur, der Hormonhaushalt und der Schlaf.

Menschen, die in Wechsel- oder Nachtschichten arbeiten, leben entgegen diesem natürlichen Takt. Viele Beschäftigte empfinden das, laut Harth, als belastend.

Schlaf und Konzentration leiden

Die gesundheitlichen Auswirkungen können vielfältig sein. Zu den häufigen Folgen zählen Schlafstörungen, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.

Auf lange Sicht kann Schichtarbeit zudem das Risiko für weitere Erkrankungen erhöhen. Dazu gehören Magen-Darm-Beschwerden, Diabetes und Herz-Kreislauf-Leiden.

Nachtarbeit gilt als wahrscheinlich krebserregend

Auch ein erhöhtes Krebsrisiko ist möglich. Eine Auswertung der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahr 2019 kommt zu dem Ergebnis, dass Nachtarbeit wahrscheinlich krebserregend ist.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung wird mit IARC abgekürzt. Sie gehört zur Weltgesundheitsorganisation WHO.

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