Pollenalarm zu Pfingsten: Jetzt wird es für Gräser-Allergiker ernst
Erst Regen, Wolken und kühle Luft – jetzt Sonne, Wärme und deutlich mehr Pollen: Zu Pfingsten stellt sich das Wetter in Deutschland spürbar um. Für viele Allergiker bedeutet das vor allem eines: Die Gräserpollen legen kräftig zu, wie die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst meldet.
In der vergangenen Maiwoche hatte der Frühling vielerorts noch einmal Pause gemacht. Häufig ging es kaum über die 15-Grad-Marke hinaus, dazu zogen Schauer und dichte Wolken durchs Land. Für Menschen mit Gräserpollenallergie war das eine kleine Entlastung: Das feucht-kühle Wetter drückte viele Pollen immer wieder zu Boden.
Pollenflug: Birkenallergiker haben das Schlimmste hinter sich
Besonders in der Osthälfte Deutschlands und in Regionen mit vielen Schauern blieb der Gräserpollenflug oft schwach. Im Westen waren wegen der weiter fortgeschrittenen Blüte zwar schon mehr Pollen unterwegs, doch auch dort bremste das Wetter die Belastung.
Anders bei der Kiefer: Sie sorgte weiter für reichlich Blütenstaub. Besonders im Osten Deutschlands und in Berlin-Brandenburg machte sie einen Großteil des Pollenaufkommens aus – teils 95 bis 98 Prozent. Eichenpollen erreichten im Norden, Nordosten und örtlich in den östlichen Bergländern noch mäßige bis vereinzelt hohe Werte. Die Birke spielte dagegen kaum noch eine Rolle.
Hohe Temperaturen – und beste Bedingungen für Pollen
Zu Pfingsten kippt die Lage. Statt Maifrische und häufigem Regen setzen sich warme Luft und Sonne durch. Örtlich sind um die 30 Grad möglich, besonders in der Südhälfte scheint die Sonne häufig von früh bis spät. Damit steigen auch die Pollenwerte. Vor allem bei den Gräsern zeigt der Trend klar nach oben.
Wer bei Google nach aktuellen Themen sucht, sieht neben den Suchergebnissen oft auch eine Box mit Schlagzeilen. Wenn Sie MOPO.de als bevorzugte Quelle hinterlegen, erscheinen unsere Inhalte häufiger in dieser Schlagzeilen-Box – verlässlicher Lokaljournalismus, aktuelle Nachrichten und wichtige Themen aus Hamburg direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier MOPO.de als bevorzugte Quelle einstellen.
In der Osthälfte haben die Gräser zwar noch etwas Entwicklungsrückstand gegenüber Westen und Südwesten. Dort bleiben die Belastungen zunächst oft niedrig bis mittel. In ländlichen Regionen im Norden und Südosten könnte Pfingsten noch weitgehend unterhalb der hohen Belastungsschwelle verlaufen.
Ungemähtes Grünland sollten Betroffene aber überall meiden. Dort können Gräserpollen bereits in großer Zahl unterwegs sein.
Westen, Mitte und Süden stärker betroffen
In weiten Teilen West-, Mittel- und Süddeutschlands nimmt die Belastung dagegen deutlich zu. Viele Gräserarten stehen bereits in Blüte oder beginnen jetzt damit. Das sonnige, warme Wetter kommt für sie genau passend.
In den nächsten Tagen werden dort große und weiter steigende Pollenmengen erwartet. Vereinzelt können gegen Ende der Vorhersagewoche sogar erste saisonale Spitzenwerte erreicht werden. Wer auf Gräser allergisch reagiert, sollte in diesen Regionen also gewappnet sein. Etwas besser sieht es für Betroffene an den Küsten, in Hochlagen der östlichen Mittelgebirge und der Alpen sowie im Inneren größerer geschlossener Wälder aus.
Zusätzlich setzt in den Anbaugebieten die Roggenblüte ein. Bis zum Ende der Vorhersagewoche beginnt sie auch im Osten und Norden Deutschlands. Roggenpollen belasten Gräserpollenallergiker zusätzlich – besonders in der Nähe größerer Felder.
Eiche lässt nach, Kiefer gibt noch einmal viele Pollen ab
Der Eichenpollenflug klingt langsam ab. Restliche Pollen werden noch im äußersten Norden und Osten sowie in höheren Lagen der Mittelgebirge freigesetzt. Dort sind anfangs noch mittlere Konzentrationen möglich. Weiter westlich und südwestlich spielt die Eiche immer weniger eine Rolle.
Die Kiefer gibt dagegen noch einmal kräftig Pollen ab. Vor allem in der Osthälfte und im hohen Norden ist bei Sonne und Wärme viel Blütenstaub in der Luft. Stellenweise können frühere Höchstwerte erreicht werden, besonders im Nordosten und in höher gelegenen Gebieten mit vielen Kiefern.
Das könnte Sie auch interessieren: Pollensaison 2026: Diese 7 Produkte helfen jetzt wirklich gegen Heuschnupfen
Fichtenpollen treten noch in den Hochlagen der Alpen und einiger östlicher Mittelgebirge gehäuft auf. Dort sind stellenweise hohe Konzentrationen möglich. Sonst kommen sie nur noch in geringer Zahl oder einzeln vor. Kiefern- und Fichtenpollen gelten zwar als allergologisch harmlos, können durch ihre Menge und Größe aber ein Fremdkörpergefühl im Auge auslösen.
Auch andere Pflanzen legen los
Ampfer, Wegerich und Brennnesselgewächse geben mit dem Frühsommer ebenfalls mehr Pollen ab. In weiten Teilen des Landes ist zumindest geringer Pollenflug möglich.
Mit der Wärme blühen außerdem immer mehr Holunderbüsche. Bis zum Ende der Vorhersagewoche stehen sie in weiten Teilen Deutschlands in Vollblüte. Direkt an großen blühenden Pflanzen kann starker Pollenflug auftreten, mit etwas Abstand sinken die Werte auf ein geringes bis mittleres Niveau. Holunderpollen lösen in der Regel keine Allergien aus.
Das könnte Sie auch interessieren: Heuschnupfen: Diese 10 Irrtümer glauben noch immer viele Menschen
Vereinzelt kommen weitere Pollenarten hinzu, darunter Ahorn, Birke, Buche, Binsen-, Hahnenfuß- und Rosengewächse, Esskastanie, Hemlocktanne, Liguster, Linde, Löwenzahn, Mädesüß, Platane, Robinie, Rosskastanie, Sauergräser, Spierstrauch, Tanne, Walnuss, Weide, Zypressengewächse sowie Dolden- und Korbblütler.