Gesundheit

Mit Kontaktlinsen in den See? Warum das gefährlich werden kann

Person schwimmt mit Schwimmbrille unter Wasser im See.
Bessere Sicht unter Wasser und Schutz für die Augen: Eine Schwimmbrille ist gleich aus mehreren Gründen nützlich beim Baden im See.

Beim Schwimmen scharf sehen – klar. Doch Kontaktlinsen im Badesee können schwere Augenentzündungen begünstigen. Was Betroffene wissen sollten.


Wer kurzsichtig ist, kennt das Problem: Beim Schwimmen ist ohne Sehhilfe alles verschwommen. Doch mit der Alltagsbrille auf der Nase in den See zu gehen, ist keine gute Idee.

Hat man Pech, geht die Brille im Wasser verloren. Kontaktlinsen wirken da praktisch – sind aber ebenfalls keine gute Lösung.

Kontaktlinsen im See: Risiko für schwere Hornhautentzündung

Prof. Gerd Geerling von der Stiftung Auge warnt vor dem Baden mit Kontaktlinsen. Beim Schwimmen in Naturgewässern ist das Tragen von Kontaktlinsen demnach ein Hauptrisikofaktor für schwere Entzündungen der Hornhaut.

Konkret droht eine sogenannte Akanthamöben-Keratitis. Akanthamöben sind winzige Lebewesen. Sie kommen natürlicherweise in Badeseen und Flüssen vor, aber auch im Meer und im Leitungswasser.

Kontaktlinsen im See: Kleine Amöben können ins Auge eindringen

Auf Kontaktlinsen haften diese Amöben gut an. Das gilt laut Augenarzt Geerling besonders für weiche Kontaktlinsen.

Gefährlich wird es, wenn die Hornhaut minimal verletzt ist. Das kann etwa passieren, wenn ein Staub- oder Sandkorn unter die Linse geraten ist.

Dann können die Amöben in die Hornhaut eindringen und eine Infektion auslösen.

Diese Beschwerden können auftreten

Mit einer solchen Entzündung ist nicht zu spaßen. Eine Akanthamöben-Keratitis kann Augenschmerzen verursachen.

Hinzu kommen ausgeprägte Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen und ein starkes Fremdkörpergefühl im Auge.

Die Behandlung ist nach Angaben von Geerling langwierig. Etwa jeder sechste Betroffene braucht eine Hornhauttransplantation.

Kontaktlinsen im See: Schwimmbrille kann schützen

Wer sich vor einer Akanthamöben-Keratitis schützen will, entfernt Kontaktlinsen am besten vor dem Schwimmen. Wer auf die Linsen gar nicht verzichten möchte, kann alternativ eine Schwimmbrille darüber tragen.

„Sie muss aber gut abschließen und konsequent getragen werden“, sagt Geerling.

Noch praktischer sind Schwimmbrillen mit Sehstärke. In vielen Fällen lassen sie sich modular zusammenbauen. So können für das linke und rechte Auge unterschiedliche Sehstärken gewählt werden.

Niemals mit Leitungswasser reinigen

Auch beim Reinigen ist Vorsicht wichtig. Denn Akanthamöben kommen nicht nur in Naturgewässern vor, sondern auch im Leitungswasser.

Kontaktlinsen sollten deshalb niemals mit Leitungswasser gereinigt werden. Dafür sollten nur die vorgesehenen Kontaktlinsen-Lösungen verwendet werden. (dpa/mp)

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