Läuse-Alarm in Kita oder Schule: So finden Eltern die Blutsauger wirklich
In Kita oder Schule gibt es Kopfläuse? Dann sollten Eltern schnell handeln. Eine einfache Sichtkontrolle reicht oft nicht – so untersuchen Sie Ihr Kind richtig.
Diese Nachricht sorgt bei Eltern regelmäßig für schlechte Laune: In der Kita oder Schule des Kindes gibt es einen oder sogar mehrere Fälle von Kopflausbefall. Jetzt heißt es: Haare und Kopfhaut gründlich kontrollieren. Denn Kopfläuse sollten früh erkannt und behandelt werden, damit sie sich nicht vermehren und weiterverbreiten.
Kopfläuse erkennen: Warum bloßes Nachschauen oft nicht reicht
Nicht immer machen sich Kopfläuse durch den typischen Juckreiz bemerkbar. Eine reine Sichtkontrolle reicht meist nicht aus.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) informiert auf der Webseite „Kindergesundheit-info.de“, dass Läuse dabei leicht übersehen werden können. Sicherer ist es, das Haar systematisch durchzukämmen.
Kopfläuse erkennen: So untersuchen Eltern ihr Kind richtig
Zunächst sollte das Haar des Kindes angefeuchtet werden. Danach wird eine Haarpflegespülung aufgetragen. Die Spülung erleichtert das Durchkämmen. Außerdem können Läuse dadurch nicht so leicht flüchten.
Besonders dickes Haar sollte vorher mit einem groben Kamm entwirrt werden. Für die eigentliche Untersuchung braucht man einen speziellen Läusekamm aus Metall. Den Läusekamm gibt es in der Apotheke oder im Sanitätshaus. Damit wird das Haar fest von der Kopfhaut bis zu den Haarspitzen durchgekämmt – Strähne für Strähne.
Küchenpapier und Lupe helfen bei der Kontrolle
Nach jeder Strähne sollte der Kamm auf einem Stück Küchenpapier ausgestrichen werden. So lässt sich prüfen, ob Läuse, Jungläuse oder Eier im Kamm hängen. Eine Lupe kann zusätzlich helfen. Damit lassen sich auch kleinere Jungläuse erkennen, sogenannte Nymphen.
Wer bei Google nach aktuellen Themen sucht, sieht neben den Suchergebnissen oft auch eine Box mit Schlagzeilen. Wenn Sie MOPO.de als bevorzugte Quelle hinterlegen, erscheinen unsere Inhalte häufiger in dieser Schlagzeilen-Box – verlässlicher Lokaljournalismus, aktuelle Nachrichten und wichtige Themen aus Hamburg direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier MOPO.de als bevorzugte Quelle einstellen.
Je mehr Läuse auf dem Kopf leben, desto leichter ist ein Befall zu erkennen. Das Robert Koch-Institut (RKI) rät deshalb, sich bei der Untersuchung Zeit zu lassen. So können auch einzelne Tiere entdeckt werden. Zur Sicherheit kann die Untersuchung einige Tage lang wiederholt werden.
Kopfläuse erkennen: So sehen Läuse, Nymphen und Eier aus
Ausgewachsene Läuse sind bis zu drei Millimeter groß. Sie sind mit bloßem Auge erkennbar. Ihre Farbe ist grau. Haben sie gerade Blut gesaugt, wirken sie rötlich. Jungläuse, also Nymphen, sind kleiner.
Noch kleiner sind die Läuseeier. Sie sind nur rund 0,8 Millimeter groß, tropfenförmig und gelblich bis bräunlich. Die Eier kleben nahe der Kopfhaut fest im Haar. Selbst mit dem Läusekamm lassen sie sich nicht immer erfassen.
Diese Stellen sollten Eltern genau absuchen
Die Kopfhaut sollte besonders gründlich abgesucht werden. Das gilt laut BIÖG vor allem für die Schläfen- und Nackengegend sowie den Bereich hinter den Ohren.
Schimmern Läuseeier weißlich und befinden sie sich weiter als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt, handelt es sich um leere Eihüllen. Diese werden Nissen genannt. Sie deuten auf einen früheren Kopflausbefall hin. Für sich genommen sind sie aber nicht mehr ansteckend.
Kopfläuse behandeln: Was Eltern bei Befall tun müssen
Wer auf dem Kopf des Kindes tatsächlich Läuse findet, sollte den Befall umgehend behandeln. Dafür wird ein Läusemittel einmal aufgetragen. Nach 8 bis 10 Tagen muss die Behandlung ein zweites Mal erfolgen. Das ist wichtig, damit der Befall zuverlässig gestoppt wird.
Das RKI empfiehlt, zwischen den Behandlungen und auch noch etwa zwei Wochen nach der zweiten Behandlung alle paar Tage die Haare erneut nach dem beschriebenen Schema durchzukämmen.
Zweite Behandlung nicht vergessen
Zwischen den beiden Behandlungen kann es sein, dass noch Nymphen oder Eier gefunden werden. Das ist nicht weiter schlimm. Entscheidend ist, die zweite Behandlung nicht zu vergessen. Nur so lässt sich kontrollieren, ob die Behandlung erfolgreich war.
Das könnte Sie auch interessieren: Vorbild sein? Eltern kämpfen mit eigener Bildschirmzeit
Nach dem Infektionsschutzgesetz sind Eltern außerdem verpflichtet, den Kopflausbefall ihres Kindes bei der Kita oder Schule zu melden. Das gilt auch dann, wenn der Befall bereits behandelt wurde. (dpa/mp)