Krankheitswelle in Europa: Was hinter Adenoviren steckt – und wie Sie sich schützen
Husten, Bindehautentzündung oder Magen-Darm-Beschwerden: Adenoviren sorgen derzeit für volle Wartezimmer. Im Gegensatz zu vielen anderen Viren sind diese Erreger extrem widerstandsfähig. Wie Adenoviren übertragen werden – und wie Sie sich schützen.
In Europa – insbesondere in Großbritannien – sorgt derzeit eine Häufung von Infektionen für Aufmerksamkeit, die über das übliche Maß herkömmlicher Erkältungs- oder Grippewellen hinauszugehen scheint. Jetzt haben Gesundheitsbehörden die Ursache identifiziert: Adenoviren breiten sich massiv aus, parallel zur saisonalen Grippe.
Diese Viren sind zwar seit langem bekannt, treten jedoch momentan in einer Intensität auf, die das Gesundheitssystem vor Herausforderungen stellt. Aber was steckt dahinter?
Was sind Adenoviren?
Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) handelt es sich bei Adenoviren um unbehüllte Doppelstrang-DNA-Viren, eine Gruppe von Erregern, die eine Vielzahl von Beschwerden auslösen können. Das Spektrum reicht von Halsschmerzen, Schnupfen, Husten, Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen über Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Entzündungen der Augenbindehaut. Besonders die hohe Widerstandsfähigkeit der Viren gegenüber Umwelteinflüssen und Desinfektionsmitteln macht ihre Eindämmung schwierig. Unter Umständen sind Adenoviren sogar über Wochen infektiös.
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Die Viren sind das ganze Jahr über aktiv. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können sich anstecken, wobei schwere Verläufe vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auftreten. In den meisten Fällen ist eine Adenovirus-Infektion aber nicht gefährlich. Oft verläuft sie sogar ganz ohne Symptome.
Wie werden Adenoviren übertragen?
Adenoviren werden laut dem RKI überwiegend durch Schmierinfektion, zum Beispiel durch kontaminierte Hände oder kontaminierte Gegenstände wie Türgriffe, Lichtschalter oder Handtücher, übertragen. Aber auch eine Tröpfcheninfektion ist möglich. Erste Krankheitszeichen zeigen sich je nach Virustyp fünf bis zwölf Tage nach der Ansteckung. Die Beschwerden halten dann häufig länger an als bei Grippe oder Erkältung.
Wie wird eine Adenovirus-Infektion behandelt?
Eine gezielte antivirale Therapie gibt es noch nicht, ebenso wenig eine Impfung. Bei einer Adenoviren-Infektion lassen sich deshalb nur die Symptome, nicht aber die Ursache behandeln.
Wie schützen Sie sich vor einer Infektion?
Wichtig sind hier Maßnahmen, die verhindern, dass sich das Virus ausbreitet. Dazu gehört – wie bei Grippe und Erkältung – vor allem das regelmäßige Händewaschen. Fassen Sie sich vor allem nicht mit ungewaschenen Händen an Auge oder Mund. Halten Sie beim Niesen oder Husten die Armbeuge vor Ihren Mund. Teilen Sie keine Gläser, Tassen oder Besteck mit anderen. Und reinigen Sie häufig berührte Oberflächen regelmäßig.
Dieser Artikel erschien zuerst auf NOZ.de.
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