Parfum kann bei Heuschnupfen zu stärkeren Beschwerden führen

Parfüm kann dazu führen, dass Heuschnupfensymptome stärker werden. Foto: picture alliance / Zoonar | MAREVGENNA

Heuschnupfen und Parfüm: Wenn Duftstoffe die Allergie anheizen

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Die Nase läuft sowieso schon, die Augen brennen – und dann kommt noch der Duft dazu. Parfüm, Deo, Aftershave: Was für andere gut riecht, kann für Allergiker zum echten Problem werden. Denn Duftstoffe können Heuschnupfen spürbar verschlimmern, auch wenn sie keine Allergie im klassischen Sinn auslösen.

Bei Heuschnupfen sind die Schleimhäute ohnehin gereizt. Pollen sorgen dafür, dass Nase und Augen im Alarmmodus sind. Kommen dann Duftstoffe dazu, reagieren die Schleimhäute oft noch empfindlicher. Das Ergebnis: mehr Niesreiz, stärker verstopfte Nase, brennende Augen oder ein kratzender Hals. Manche berichten sogar von Kopfschmerzen oder Husten. Wichtig: Das ist meist keine zusätzliche Allergie, sondern eine Reizreaktion. Die Schleimhäute sind schlicht überfordert.

Parfüm ist nicht gleich Parfüm

Besonders problematisch sind intensive, schwere Düfte – etwa orientalische oder sehr süße Parfüms. Auch Sprays mit Alkohol können die Schleimhäute zusätzlich austrocknen. Je stärker und „wolkenartiger“ der Duft, desto höher die Chance, dass er Beschwerden triggert.

Ein Klassiker: Ein Sprühstoß am Morgen, dann Niesattacken im Büro oder in der Bahn. Nicht selten denkt man zuerst, die Pollenbelastung sei explodiert – dabei war es das Parfüm.

Deo, Raumspray & Co.: Die unterschätzten Übeltäter bei Heuschnupfen

Nicht nur Parfüm spielt eine Rolle. Deos, Bodysprays, Haarspray, Duftkerzen oder Raumsprays können die Situation ebenfalls verschärfen. Gerade in geschlossenen Räumen sammelt sich der Duft – und damit auch der Reiz für Nase und Augen. Für Allergiker besonders ungünstig: Duftstoffe direkt im Gesicht, etwa durch Haarspray oder stark parfümierte Cremes.

Parfüm: Weniger ist mehr – besonders in der Pollensaison

Gerade in der Pollensaison gilt bei Duftstoffen: weniger ist mehr. Wer stark unter Heuschnupfen leidet, fährt oft besser, Parfüm ganz wegzulassen oder zumindest deutlich sparsamer zu dosieren. Viele kommen mit milden, möglichst duftfreien Pflegeprodukten besser zurecht.

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Beim Deo sind Roller oder Sticks oft angenehmer als Sprays, weil sie weniger Duft in die Luft abgeben. Im Schlafzimmer sollten Duftstoffe komplett tabu sein – also keine parfümierten Cremes, kein Raumspray, keine Duftkerzen. Viele Allergiker merken schon nach wenigen Tagen, dass Nase und Augen ruhiger werden und sich die Beschwerden insgesamt abschwächen.

Rücksicht im Alltag hilft allen

Ein Punkt, der oft vergessen wird: Duftstoffe betreffen nicht nur einen selbst. In Büros, Bahnen oder Arztpraxen leiden viele Allergiker still vor sich hin. Weniger Duft ist hier kein Verlust an Hygiene oder Stil, sondern Rücksicht.

Wann genauer hinschauen?

Wenn Symptome immer dann schlimmer werden, wenn Duftstoffe im Spiel sind, lohnt es sich, bewusst zu testen: ein paar Tage komplett ohne Parfüm, Duft-Deo oder Raumspray. Wird es besser, ist der Übeltäter gefunden und die Beschwerden können gelindert werden.

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