Eine Frau mit Ohrendruck

Viele Heuschnupfengeplagte kennen das Problem: Ohrendruck, weil die Nase dicht ist Foto: picture alliance / imageBROKER | Aleksei Isachenko

Heuschnupfen und Ohrendruck: Woher das kommt – und wann Sie zum Arzt sollten

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Die Nase läuft, alles ist dicht – und plötzlich drückt es auch noch im Ohr. Viele Heuschnupfen-Geplagte kennen dieses unangenehme Gefühl: Druck, dumpfes Hören, manchmal ein leichtes Ziehen. Schnell kommt die Sorge: Ist das eine Mittelohrentzündung? Meist steckt etwas anderes dahinter – aber ganz harmlos ist es nicht immer.

Nase, Rachen und Ohren sind enger miteinander verbunden, als viele denken. Über die sogenannte Ohrtrompete (Eustachische Röhre) wird der Druck zwischen Mittelohr und Außenwelt ausgeglichen. Bei Heuschnupfen sind die Schleimhäute in Nase und Rachen geschwollen. Die Ohrtrompete kann dann schlechter öffnen – der Druckausgleich funktioniert nicht mehr richtig. Die Folge: Ohrendruck, Knacken oder dumpfes Hören.

Typisch bei Heuschnupfen: Druck ohne starke Schmerzen

Allergiebedingter Ohrendruck fühlt sich meistens anders an als eine klassische Ohrenentzündung. Oft fehlt der starke Schmerz. Stattdessen beschreiben Betroffene ein „verstopftes“ Gefühl, als säße Wasser im Ohr. Beim Schlucken oder Gähnen knackt es manchmal kurz, ohne dass echte Erleichterung eintritt.

Wann Heuschnupfen nicht mehr der einzige Grund ist

Bleibt der Druck länger bestehen, kann sich hinter der Belüftungsstörung mehr verbergen. Wenn sich Flüssigkeit im Mittelohr sammelt oder Keime dazukommen, droht eine Entzündung. Das Risiko steigt, wenn die Nase über Wochen dicht ist oder zusätzlich eine Erkältung im Spiel ist.

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Zum Arzt sollten Sie gehen, wenn der Ohrendruck mehrere Tage anhält, stärker wird oder von Schmerzen, Fieber oder Hörverlust begleitet wird. Auch Schwindel, Ohrgeräusche oder einseitige Beschwerden sollten abgeklärt werden. Das gilt besonders, wenn sich die Symptome trotz Behandlung des Heuschnupfens nicht bessern.

Was jetzt hilft – ganz praktisch

Wichtig ist, die Nasenschleimhaut abzuschwellen, damit die Ohrtrompete wieder arbeiten kann. Entzündungshemmende Nasensprays, richtig angewendet, können dabei helfen. Auch Nasenspülungen mit Kochsalzlösung entlasten. Druckausgleich durch sanftes Schlucken oder Gähnen ist okay – starkes Pressen sollten Sie vermeiden.

Wann Vorsicht angesagt ist

Abschwellende Nasensprays sollten keine Dauerlösung sein. Und wer versucht, den Druck mit kräftigem „Nase-zu-und-Pressen“ loszuwerden, riskiert eher Schaden als Hilfe. Bei anhaltenden Beschwerden ist ärztlicher Rat die bessere Wahl, damit aus einem lästigen Allergie-Symptom kein größeres Ohrenproblem wird.

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