Lebensmittel und Heuschnupfnemedikamente

Wer Heuschnupfen hat, hat manchmal auch eine Kreuzallergie nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel. Foto: picture alliance/dpa/Revierfoto

Heuschnupfen und Essen: Welche Lebensmittel Kreuzallergien auslösen können

kommentar icon
arrow down

Heuschnupfen nervt schon genug. Und dann passiert’s: Nach dem Apfel kribbelt der Mund, die Lippen jucken, der Hals fühlt sich „pelzig“ an. Viele denken erst mal an „Unverträglichkeit“. Oft steckt etwas anderes dahinter: eine Kreuzallergie.

Bei einer Kreuzallergie reagiert das Immunsystem nicht nur auf Pollen, sondern auch auf ähnliche Eiweißstrukturen in bestimmten Lebensmitteln. Kurz gesagt: Der Körper verwechselt Apfel & Co. mit dem Pollen-Auslöser für den Heuschnupfen. Das passiert besonders häufig bei Menschen mit Birken-, Gräser- oder Beifußallergie.

Typische Symptome: So fühlt es sich an

Kreuzallergien starten meistens sofort oder wenige Minuten nach dem Essen – und zwar vor allem im Mund-Rachen-Bereich: Ein Kribbeln oder Jucken an Lippen, Zunge, Gaumen oder ein pelziges Gefühl im Mund können ebenso auftreten wie eine leichte Schwellung der Lippen oder Mundschleimhaut, manchmal auch Halskratzen.

Das könnte Sie auch interessieren: Hyposensibilisierung: Für wen sie sich lohnt – und wie lange es dauert

Seltener kommen Magen-Darm-Beschwerden dazu. In den meisten Fällen bleiben die Symptome mild – aber starke Schwellungen oder Atemprobleme müssen immer ärztlich abgeklärt werden.

Birke: Die häufigste Kreuzallergie überhaupt

Wer auf Birkenpollen reagiert, kennt das Thema am häufigsten. Typische Kreuzallergie-Lebensmittel sind beispielsweise Apfel, Birne, Kirsche, Pfirsich und Aprikose, aber auch Haselnuss, Karotte sowie Sellerie. Viele Betroffene vertragen diese Lebensmittel gekocht, roh aber nicht.

Gräser: Diese Lebensmittel können triggern

Bei Gräserpollen berichten manche Betroffene zum Beispiel über Beschwerden nach dem Verzehr von Getreide (z. B. Weizen, Roggen, Hafer), Tomaten und Erdnüssen. Nicht jeder reagiert – aber wenn in der Saison nach bestimmten Lebensmitteln immer wieder Kribbeln kommt, kann das ein Hinweis sein.

Beifuß: Gewürze und Sellerie sind oft die Klassiker

Bei Beifußpollen gelten unter anderem Sellerie, Karotte und Paprika sowie Gewürze und Kräuter (z. B. Petersilie, Koriander, Anis – je nach Person) als typische Auslöser. Gerade Gewürzmischungen sind hierbei tückisch, weil man nicht immer merkt, was drinsteckt.

Eine Übersicht der Kreuzungen bei den häufigsten Pollenallergien finden Betroffene mit wenigen Klicks online, so zum Beispiel bei Krankenkassen wie der Techniker Krankenkasse.

Warum oft nur rohe Lebensmittel Probleme verursachen

Die gute Nachricht: Viele Allergene sind hitzeempfindlich. Kochen, Backen oder Einmachen kann sie so verändern, dass sie keine Beschwerden mehr auslösen. Deshalb reicht es bei vielen schon aus, wenn sie Äpfel als Kuchen oder Kompott genießen, Karotten gekocht statt roh konsumieren und Gemüse vor dem Verzehr schälen, da in der Schale oft mehr Allergene sitzen.

Heuschnupfen: Was hilft im Alltag bei einer Kreuzallergie?

  • Symptome notieren: Was triggert? Roh oder gekocht? Welche Menge?
  • In der Pollensaison vorsichtiger sein: Viele reagieren dann stärker.
  • Rohes Obst oder Gemüse schälen oder erhitzen.
  • Bei unklaren oder stärkeren Reaktionen (Schwellungen, Atemnot, Kreislauf): ärztlich abklären lassen.

Kreuzallergie: Wann wird’s ernst?

Wenn es nicht nur kribbelt, sondern zu starken Schwellungen, Atemproblemen, Schwindel oder Kreislaufbeschwerden kommt, gilt: sofort medizinische Hilfe. Das ist selten – aber dann kein „abwarten“-Thema.

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test