Heuschnupfen und Drogen: Was Cannabis und Kokain für Allergiker bedeuten
Die Nase ist ohnehin schon dicht, die Schleimhäute gereizt, die Augen brennen – und dann noch Cannabis oder Kokain dazu? Was manche für „nur zusätzlichen Konsum“ halten, kann bei Heuschnupfen schnell zum doppelten Problem werden.
Unabhängig davon, ob legal oder nicht, treffen beide Substanzen genau die Körperstellen, die bei einer Pollenallergie ohnehin unter Dauerstress stehen: Nase, Rachen, Bronchien und Augen. Wer Heuschnupfen hat, reagiert deshalb oft empfindlicher als andere.
Cannabis: Reizstoff für ohnehin gestresste Atemwege
Cannabis wird häufig geraucht oder verdampft. Gerade das Rauchen ist für Allergiker keine gute Idee. Cannabisrauch enthält zahlreiche Reizstoffe und Verbrennungsprodukte, die – ähnlich wie Tabakrauch – die Atemwege reizen können. Typische Folgen sind Husten, vermehrter Schleim und gereizte Bronchien. Das National Institute on Drug Abuse weist ausdrücklich darauf hin, dass Cannabisrauch mit Symptomen einer chronischen Bronchitis wie Husten und Schleimproduktion verbunden sein kann.
Für Menschen mit Heuschnupfen ist das besonders ungünstig. Ihre Schleimhäute sind durch die Allergie bereits entzündet und empfindlich. Zusätzlicher Rauch kann diese Reizung verstärken – die Nase brennt stärker, der Hals kratzt mehr, Husten wird wahrscheinlicher. Hinzu kommt: Es gibt auch echte Cannabisallergien. Die amerikanische Allergologen-Gesellschaft AAAAI nennt dabei unter anderem laufende Nase, Niesen, Juckreiz sowie tränende und geschwollene Augen als mögliche Symptome nach Kontakt oder Einatmen.
Kokain: Besonders heikel für die Nasenschleimhaut
Noch riskanter ist Kokain – vor allem, wenn es geschnupft wird. Das Pulver landet direkt auf der Nasenschleimhaut, also genau dort, wo Heuschnupfen bereits sein Hauptproblem hat. Kokain verengt die Blutgefäße stark. Kurzfristig kann sich die Nase dadurch freier anfühlen. Langfristig ist das aber gefährlich, weil die Schleimhaut schlechter durchblutet wird und Schaden nehmen kann. Das Merck Manual beschreibt bei wiederholtem Schnupfen von Kokain sogar sogenannte „midline destructive lesions“, also zerstörerische Schäden bis hin zur Nasenscheidewand-Perforation durch lokale Durchblutungsstörung.
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Die Cleveland Clinic nennt Kokain ebenfalls als Ursache für ein Loch in der Nasenscheidewand, weil der Stoff die Blutgefäße in der Nase schädigen kann. Folgen können Krustenbildung, wiederholtes Nasenbluten, Entzündungen und dauerhafte Schäden sein. Skurril: Kokain wurde einst wirklich als Mittel gegen Heuschnupfen vermarktet. Allerdings nur kurz – bis man mehr über Abhängigkeit und Nebenwirkungen wusste.
Warum Heuschnupfen das Risiko noch erhöht
Bei Heuschnupfen stehen die Schleimhäute ohnehin unter Strom. Pollen lösen eine Entzündungsreaktion aus, die Nase ist geschwollen, empfindlich und oft trocken oder gereizt. Kommen dann Cannabisrauch oder Kokainpulver dazu, wird die Schleimhaut zusätzlich belastet. Das kann Beschwerden verstärken, die Heilung erschweren und die Nase anfälliger für Blutungen oder weitere Reizungen machen. Das ist keine „eigene neue Allergie“, sondern vor allem eine zusätzliche Schädigung eines ohnehin empfindlichen Systems. Die beschriebenen Atemwegs- und Nasenschäden durch Cannabisrauch und intranasales Kokain sind gut dokumentiert.
Drogenkonsum bei Heuschnupfen überaus riskant
Cannabis und Kokain lösen Heuschnupfen nicht aus. Für Menschen mit Heuschnupfen können sie aber besonders problematisch sein, weil sie genau die Schleimhäute und Atemwege reizen oder schädigen, die durch die Allergie schon belastet sind. Cannabisrauch kann Husten und Bronchialreizungen verstärken, Kokain kann die Nasenschleimhaut massiv angreifen. Wer ohnehin unter Heuschnupfen leidet, setzt sich damit einem zusätzlichen Risiko aus.
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