Bier auf einem Tablett

Bier bei Heuschnupfen? Kann man trinken. Bei manchem Allergiker verstärkt es allerdings die Symptome. Dann ist Zurückhaltung angesagt. Foto: Ronny Hartmann/picture alliance/DFB

Heuschnupfen und Alkohol: Macht Bier alles schlimmer – und hilft Gin wirklich?

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Die Nase läuft, die Augen jucken – und nach dem Bier wird es oft noch schlimmer. Viele Heuschnupfen-Geplagte kennen das. Aber was steckt dahinter? Und stimmt der Mythos, dass Gin besser verträglich ist?

Die ehrliche Antwort: Gin hilft nicht gegen Heuschnupfen. Und tatsächlich können manche alkoholische Getränke die Beschwerden verstärken. Hauptgrund ist Histamin, aber auch andere Gärungsstoffe spielen eine Rolle. Zudem erweitert Alkohol die Blutgefäße und genau das kann die Nasenschleimhaut anschwellen lassen.

Warum Alkohol Heuschnupfen verschlimmern kann

Histamin ist der zentrale Botenstoff hinter typischen Beschwerden wie Niesen, Juckreiz, tränenden Augen und einer verstopften oder laufenden Nase. Einige alkoholische Getränke – vor allem Wein und Bier – enthalten selbst Histamin oder andere biogene Amine aus der Gärung. Gleichzeitig kann Alkohol die Symptome zusätzlich verstärken, etwa durch Gefäßerweiterung. Fachliteratur zeigt: Diese Reaktionen sind keine klassischen Allergien, können die Beschwerden aber deutlich verschlimmern.

Warum Bier für viele eher problematisch ist

Bier gehört zu den Getränken, die bei empfindlichen Menschen häufiger Beschwerden auslösen. Als fermentiertes Getränk enthält es unter anderem Hefe und biogene Amine, auf die manche reagieren. Je nach Sorte kommen weitere Inhaltsstoffe hinzu, die Symptome wie eine verstopfte Nase oder Kopfschmerzen begünstigen können. Auch die US-Fachgesellschaft AAAAI weist darauf hin, dass Reaktionen auf Bier häufig mit solchen Bestandteilen zusammenhängen.

Bier ist damit nicht für jeden ein Problem, zählt aber zu den Getränken, die Beschwerden häufiger verstärken können.

Warum Rotwein oft schlechter abschneidet als Weißwein

Zwischen den Weinsorten gibt es Unterschiede: Rotwein enthält meist mehr Histamin als Weißwein und wird deshalb oft schlechter vertragen. Fachliteratur bringt Histamin in Wein mit Symptomen wie Niesen, Juckreiz, verstopfter Nase, Hautrötungen, Kopfschmerzen und Asthma in Verbindung.

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Wichtig ist: Das ist nur eine Tendenz. Der Histamingehalt kann je nach Herstellung und Lagerung stark schwanken. Als Faustregel gilt dennoch: Rotwein ist für empfindliche Heuschnupfen-Geplagte oft die schlechtere Wahl, Weißwein meist etwas verträglicher.

Und was ist mit Gin?

Hierher kommt der Mythos: Klare Spirituosen wie Gin oder Wodka enthalten meist deutlich weniger Histamin als Wein oder Bier – deshalb werden sie von manchen besser vertragen. Das heißt aber nicht, dass Gin hilft. Alkohol bleibt Alkohol: Er kann Beschwerden auch ohne Histamin verstärken. Anders gesagt: Gin ist höchstens die weniger problematische Wahl, kein Hausmittel.

Alkohol im Vergleich: Grobe Orientierung

Eine exakte Rangliste gibt es nicht, weil sich die Inhaltsstoffe je nach Herstellung stark unterscheiden. Als grobe Orientierung gilt dennoch häufig folgende Reihenfolge, von eher problematisch bis eher weniger problematisch:

  1. Rotwein
  2. Sekt/Champagner
  3. Liköre
  4. Weizenbier
  5. Obergärige Biere wie Ale oder Kölsch
  6. Rosé
  7. Weißwein
  8. Pils/Helles/untergäriges Bier
  9. Dunkle Spirituosen wie Whisky oder Rum
  10. Klare Spirituosen wie Gin oder Wodka

Wichtig dabei: „weniger problematisch“ heißt nicht „gut für Heuschnupfen“. Es heißt nur: oft etwas besser verträglich.

Was Betroffene daraus mitnehmen können

Wer merkt, dass sich nach Alkohol die Beschwerden verstärken, sollte nicht nach dem perfekten „Allergiker-Drink“ suchen, sondern genau beobachten: Welche Getränke triggern meine Symptome? Für viele sind Rotwein und Bier die ersten Kandidaten. Wer dennoch trinken möchte, kommt mit kleineren Mengen und klaren Spirituosen oft besser zurecht – garantiert symptomfrei ist das aber nicht.

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