Eine schwangere Frau mit Tabletten

Bei Heuschnupfen wie auch bei Krankheit gilt für Schwangere: Medikamentöse Behandlung lieber mit dem Arzt absprechen. Foto: picture alliance/dpa | Andrea Warnecke

Heuschnupfen in der Schwangerschaft: Was erlaubt ist – und was nicht

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Schwanger und dann auch noch Heuschnupfen – für viele werdende Mütter eine doppelte Belastung. Die Nase läuft, die Augen jucken, nachts ist an Schlaf kaum zu denken. Gleichzeitig wächst die Sorge: Darf ich überhaupt etwas nehmen? Die gute Nachricht: Schwangere müssen nicht einfach leiden. Es gibt Optionen – aber mit klaren Regeln.

Die Allergie selbst ist für das ungeborene Kind in der Regel nicht gefährlich. Wichtig ist aber: Wenn die Mutter schlecht Luft bekommt oder Atemwegsbeschwerden dazukommen (etwa anhaltender Husten, pfeifende Atmung, Atemnot), sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Was ohne Bedenken hilft

Ganz vorn stehen pollenvermeidende Maßnahmen. Dazu gehören richtiges Lüften, abendliches Haarewaschen, Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer aufzubewahren, Pollenschutzgitter und feuchtes Staubwischen. Auch Nasenspülungen mit Kochsalzlösung gelten als unproblematisch und können die Schleimhäute entlasten. Bei juckenden Augen helfen kühle Kompressen oder sterile Kochsalzlösung zum Spülen.

Heuschnupfen-Medikamente: Was bei Schwangeren meist erlaubt ist – und was nur nach Rücksprache

Bei Medikamenten gilt in der Schwangerschaft: nicht auf eigene Faust experimentieren. Nach ärztlicher Einschätzung gelten bestimmte Antihistaminika (etwa Wirkstoffe wie Loratadin oder Cetirizin) in der Schwangerschaft als gut untersucht und werden häufig eingesetzt, wenn die Beschwerden stark sind. Trotzdem gilt: vorher mit Arzt oder Ärztin sprechen – besonders im ersten Trimester der Schwangerschaft ist das vernünftig.

Auch kortisonhaltige Nasensprays werden in der Schwangerschaft oft als vertretbar eingeschätzt, weil sie vor allem lokal an der Nasenschleimhaut wirken. Sie können sinnvoll sein, wenn die Nase dauerhaft dicht ist und andere Maßnahmen nicht reichen – idealerweise nach ärztlicher Empfehlung und in der empfohlenen Dosierung.

Was bei Heuschnupfen in der Schwangerschaft eher tabu ist

Abschwellende Nasensprays („Sofort-frei-Sprays“) sind keine Dauerlösung – auch in der Schwangerschaft nicht. Wenn überhaupt, dann nur kurzfristig und nach Rücksprache, weil sonst ein Gewöhnungseffekt droht: Ohne Spray bleibt die Nase erst recht dauerhaft dicht.

Auch „natürliche“ Mittel sind nicht automatisch harmlos: Ätherische Öle oder Kräuterpräparate können unerwünschte Wirkungen haben.

Augen- und Nasentropfen: genau hinschauen

Nicht jedes frei verkäufliche Präparat ist automatisch geeignet. Einige Augentropfen gegen Allergie gelten als unproblematisch, andere sollten gemieden werden. Deshalb gilt auch hier: Packungsbeilage lesen und ärztlich abklären, bevor regelmäßig getropft wird.

Wann unbedingt ärztlich klären?

Wenn die Beschwerden stark sind, der Schlaf leidet, Atemnot dazukommt oder Unsicherheit besteht, was eingenommen werden darf, sollte man nicht zögern. Frauenarzt und Allergologe können gemeinsam abwägen, was sinnvoll und sicher ist.

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Heuschnupfen in der Schwangerschaft ist grundsätzlich kein Grund zur Panik – aber auch keiner, alles tapfer auszuhalten. Vieles ist erlaubt, manches sinnvoll, anderes besser tabu. Wer früh das Gespräch mit dem Arzt sucht, kommt meist deutlich entspannter durch die Pollensaison – für sich und fürs Baby.

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