Heuschnupfen: Die wichtigsten Fakten zum Start in die Saison
Die Nase läuft, die Augen jucken, der Hals kratzt – für viele Hamburger beginnt mit dem Frühling nicht nur die schöne, sondern auch die anstrengende Jahreszeit der allergischen Rhinitis, umgangssprachlich auch Heuschnupfen genannt.
Der Start der Pollenflugsaison trifft jedes Jahr Millionen Allergiker. Und die müssen jetzt ganz stark sein, denn die ersten Pollen sind bereits in der Luft – auch im gerade erst eingeschneiten Hamburg. Die wichtigsten Informationen, die jetzt jeder kennen sollte:
Heuschnupfen: Die Pollensaison beginnt immer früher
Viele denken bei Heuschnupfen sofort an Sommer und Wiesen. Tatsächlich reagieren viele Menschen schon früh im Jahr auf Baumpollen wie Hasel, Erle, Birke oder später Buche und Eiche. Durch mildere Winter starten erste Pflanzen oft schon im Januar oder Februar. Hasel und Erle machen meist den Anfang – lange bevor der Frühling offiziell da ist. So merken viele Allergiker bereits jetzt, trotz der Kälte der vergangenen Tage, dass Haselpollen fliegen.
Die laufende Nase oder tränende Augen können aber auch Menschen treffen, die bisher keine Allergie hatten. Pollen können sensibilisieren, Allergien entwickeln sich oft erst im Laufe des Lebens. Der Pricktest, ein Allergietest beim Arzt, gibt Aufschluss darüber, ob eine Allergie vorliegt – und welche es ist.

Stadtluft verstärkt allergische Beschwerden
In Städten wie Hamburg sind Pollen oft aggressiver. Der Grund: Luftschadstoffe und städtische Bedingungen können Pollen so verändern, dass sie allergisch stärker reizen. Deshalb leiden Stadtbewohner häufig mehr als Menschen auf dem Land, obwohl dort mehr Pollen fliegen.
Die gute Nachricht für Allergiker: Ein Regenschauer wäscht bereits nach relativ kurzer Zeit Pollen aus der Luft. Die schlechte: Bei Gewitter kann es kurzfristig sogar zu stärkeren Beschwerden kommen.
Zum richtigen Zeitpunkt lüften, regelmäßig Haare waschen
Auch wer eine Pollenallergie hat, muss lüften. Es kommt aber auf die Zeit an. In der Stadt sollte man eher morgens die Fenster öffnen, auf dem Land eher abends. Dabei ist Stoßlüften dem gekippten Fenster vorzuziehen. Zu empfehlen: Pollengitter für Türen und Fenster.
Pollen bleiben an Jacken, Haaren und Schuhen hängen. Deshalb besser nicht mit Straßenkleidung ins Schlafzimmer gehen und abends die Haare waschen oder duschen. Um zu verhindern, dass sich Pollen in der Wohnung ablagern, können glatte Flächen feucht abgewischt und beim Staubsaugen ein Pollenfilter verwendet werden.
Heuschnupfen-Medikamente wirken besser, wenn man früh beginnt
Antihistaminika (zum Beispiel Cetirizin und Loratadin) oder Nasensprays wirken häufig am besten, wenn sie regelmäßig und frühzeitig eingesetzt werden – nicht erst, wenn die Beschwerden voll da sind.
Online-Pollenvorhersagen zeigen tagesaktuell, welche Pflanzen gerade blühen, und geben auch eine Prognose für die Folgetage. Das hilft bei der Medikamenteneinnahme, der Planung von Ausflügen, Sport oder auch Urlauben. Sie sind unter anderem auf diversen Wetterportalen zu finden. Ein Beispiel finden Sie hier. Zahlreiche Apps, wie beispielsweise von der Techniker Krankenkasse, stehen Allergikern außerdem zur Unterstützung zur Verfügung.
Unbehandelte Allergien sind kein harmloses Problem
Wer Heuschnupfen ignoriert, riskiert einen sogenannten Etagenwechsel: Die Allergie kann sich von den oberen Atemwegen auf die Bronchien ausweiten und Asthma auslösen. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden sollte daher immer ein Arzt aufgesucht werden.
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