Grippewelle startet früher – lohnt sich die Impfung jetzt noch?
Die Grippewelle hat begonnen, viele Menschen liegen bereits flach. Ist es Mitte Dezember zu spät für die Impfung? Expertinnen und Experten geben klare Antworten.
Grippewelle 2025: Früher Start – Impfung bleibt sinnvoll
Fieber, Husten, Erschöpfung: Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist die jährliche Grippewelle in diesem Jahr bereits gestartet – zwei bis drei Wochen früher als in den Vorjahren. Die Erkrankung, medizinisch Influenza, kann schwer verlaufen. Eine Impfung schützt davor – und kommt auch jetzt noch nicht zu spät. „Eine Grippeschutzimpfung lohnt sich absolut noch“, sagt Felix Giebel, Fachgruppenleiter Infektiologie und Chefarzt der Krankenhaushygiene am Helios Universitätsklinikum Wuppertal. Wer sich zeitnah impfen lässt, kann bereits an den Feiertagen geschützt sein. Bis der volle Impfschutz wirkt, dauert es rund 10 bis 14 Tage.
Grippeschutzimpfung 2025: Warum sich der Piks auch später noch lohnt
Auch ein späterer Termin ist sinnvoll: Selbst eine Impfung im Januar bietet zwei Wochen später Schutz oder mindert zumindest die Symptome, erklärt Giebel. Die Grippewelle dauerte in den vergangenen Jahren drei bis vier Monate – ausreichend Zeit, um noch von der Impfung zu profitieren.
Für wen die Grippeimpfung empfohlen wird
Auch Menschen ohne erhöhtes persönliches Risiko können andere schützen – etwa Angehörige mit Vorerkrankungen wie Krebs. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung allen ab 60 Jahren, Schwangeren ab dem zweiten Trimester, Menschen mit Grunderkrankungen, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie allen mit erhöhtem beruflichem Infektionsrisiko.
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Neu in dieser Saison: Wer regelmäßig und direkt Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben hat, sollte sich ebenfalls impfen lassen, so das Portal „infektionsschutz.de“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Damit soll verhindert werden, dass sich Erreger der Vogelgrippe mit menschlichen Influenzaviren mischen.
Impfung auch für Jüngere möglich – Beratung empfohlen
Für gesunde Kinder und Erwachsene unter 60 Jahren gilt: Die Grippe verläuft meist ohne Komplikationen. Das RKI betont jedoch, dass die Stiko mit ihren Empfehlungen anderen Gruppen keine Impfung ausredet. Wer unsicher ist, lässt sich am besten in der Hausarztpraxis beraten.
Wo man sich gegen Grippe impfen lassen kann
Hausarztpraxen bleiben eine zentrale Anlaufstelle. Doch auch andere bieten den Piks an:
- Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte
- Gynäkologinnen und Gynäkologen – oft auch für Patientinnen außerhalb der Schwangerschaft
- Apotheken
- Betriebsärztinnen und Betriebsärzte
(dpa/mp)
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