Spiritus und andere flüssige Brandbeschleuniger können hohe Flammen verursachen – und damit auch starke Verbrennungen. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn

Grillunfall: So handeln Sie im Ernstfall richtig

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Grillen gehört für viele zum Frühling und Sommer dazu. Doch so entspannt der Abend auch beginnt – Feuer, Gas, Fett und Hitze bergen Risiken. Und im Ernstfall kann es schnell gefährlich werden.

Kommt die Haut mit dem heißen Rost oder dem Grillgut in Kontakt, entsteht oft eine sogenannte Kontaktverbrennung. Die ist meist klein und oberflächlich. Deutlich ernster wird es, wenn Flammen ins Spiel kommen – etwa durch Brandbeschleuniger. Dann können großflächige Verbrennungen entstehen. Auch spritzendes Fett kann schmerzhafte Verletzungen verursachen.

Grillunfall: Erst die Gefahr stoppen

Wenn etwas passiert, gilt: Ruhe bewahren und zuerst die Gefahrenquelle beseitigen. Den brennenden Grill löschen – entweder mit Wasser oder indem man ihn abdeckt, erklärt Prof. Christoph Hirche, Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Rekonstruktive Mikrochirurgie an der Berufsgenossenschaftlichen (BG) Unfallklinik Frankfurt. Zur Not hilft auch eine Picknickdecke. Noch besser: eine kleine Löschdecke dabeihaben. Die passt problemlos zwischen Teller, Getränke und Grillgut. Eine Wasserflasche sollte ebenfalls griffbereit sein.

So versorgen Sie die Wunde richtig

Kleinere Verbrennungen sollten kurz gekühlt werden. Kaltes Wasser lindert den Schmerz. Bei größeren Verletzungen ist Vorsicht geboten: Zu langes Kühlen kann den Körper insgesamt auskühlen.

Danach folgt die Desinfektion. Anschließend die Wunde mit einem sterilen Verband versorgen – idealerweise mit einer nicht haftenden Wundauflage, einer Kompresse und einem elastischen Wickel. Das schützt vor Bakterien und kann Schmerzen reduzieren.

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Heilt die Verletzung nach ein paar Tagen nicht ab oder ist sie größer, sollte ein Arzt draufschauen. Gefährlich wird es, wenn mehr als 15 Prozent der Körperoberfläche betroffen sind. Auch bei tiefen Verbrennungen oder wenn empfindliche Bereiche wie Augen oder Genitalien betroffen sind, ist schnelle medizinische Hilfe wichtig.

So vermeiden Sie Unfälle

Verzichten auf den Grillspaß muss man aber nicht: „Grillen mit Sicherheitsbewusstsein kann man auch als Mediziner vertreten“, sagt Hirche, der selbst gern grillt. Seine wichtigsten Tipps:

  • Keine Brandbeschleuniger verwenden
  • Gasgrills regelmäßig warten
  • Abstand halten – besonders Kinder
  • Alkohol nur in Maßen
  • Nie in geschlossenen Räumen grillen

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