Ratgeber

Gefahr im Badesee: Wann Sie besser nicht ins Wasser gehen

Ein Schild mit der Aufschrift „Baden auf eigene Gefahr“ steht am Ufer des Süßen Sees bei den See-Terrassen Seeburg. Experten warnen aufgrund gestiegener Wassertemperaturen vor Vibrionen.
„Baden auf eigene Gefahr!“ – Parasiten könnten den Badespaß im Nachhinein betrüben. Folgendes sollten Sie beachten.

Warme Seen und Küsten locken Badegäste an – gleichzeitig vermehren sich Keime und Parasiten. Worauf Sie jetzt achten sollten.

Sommerliche Temperaturen locken Millionen Menschen an Seen sowie Nord- und Ostsee. Doch mit der Hitze steigt nicht nur die Lust aufs Baden – auch Bakterien und Parasiten finden dann ideale Bedingungen. Experten warnen insbesondere vor Blaualgen, Vibrionen und Zerkarien berichtet die ARD. Sie können Hautreizungen, Infektionen oder Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Mit dem Klimawandel erwärmen sich viele Gewässer immer stärker. Dadurch können sich Krankheitserreger deutlich schneller vermehren. Immer wieder müssen deshalb im Sommer Badestellen zeitweise gesperrt oder vor gesundheitlichen Risiken gewarnt werden.

Blaualgen können Übelkeit und Hautreizungen auslösen

Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern sogenannte Cyanobakterien. Sie vermehren sich besonders bei warmem, sonnigem und windarmem Wetter in Seen, kommen aber auch im Meer vor. Einige Arten bilden Giftstoffe, die beim Verschlucken oder durch Hautkontakt Beschwerden verursachen können.

Mögliche Folgen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Haut- und Augenreizungen sowie Atemwegsbeschwerden. Eine starke Vermehrung erkennen Badegäste häufig an einer blaugrünen Trübung des Wassers. Experten raten: Sind in knietiefem Wasser die eigenen Füße nicht mehr zu sehen, sollte dort nicht gebadet werden. Besonders gefährlich sind Blaualgen auch für Hunde, die häufig Wasser aus Seen trinken.

Vibrionen gelangen über kleine Wunden in den Körper

Vibrionen gehören zur natürlichen Bakterienflora von Salz-, Brack- und teilweise auch Süßwasser. Steigen die Wassertemperaturen auf mehr als 20 Grad, können sich die Keime stark vermehren.

Gefährlich werden sie vor allem, wenn sie über kleine Hautverletzungen oder offene Wunden in den Körper gelangen. Dann drohen schmerzhafte Entzündungen mit Rötungen, Schwellungen, Fieber und Schüttelfrost. Besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen können schwer erkranken. Wer nach dem Baden entsprechende Symptome entwickelt, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Zerkarien verursachen juckenden Hautausschlag

Auch Zerkarien treten im Sommer vermehrt auf. Dabei handelt es sich um Larven von Saugwürmern, die eigentlich Wasservögel befallen. Gelangen sie auf die menschliche Haut, bohren sie sich kurzzeitig ein und sterben anschließend ab.

Die Folge ist die sogenannte Badedermatitis: ein stark juckender Hautausschlag mit kleinen roten Quaddeln oder Schwellungen. Zwar ist der Befall meist harmlos, durch Kratzen können sich die betroffenen Hautstellen jedoch entzünden.

So schützen Sie sich beim Baden

Wer das Risiko verringern möchte, sollte einige einfache Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Nicht in sichtbar trübem oder blaugrün verfärbtem Wasser baden.

  • Offene Wunden möglichst nicht mit See- oder Meerwasser in Kontakt bringen.

  • Flache Uferbereiche warmer Seen meiden, da sich dort Zerkarien besonders häufig aufhalten.

  • Nach dem Baden nasse Kleidung zügig wechseln und die Haut gründlich abtrocknen oder abrubbeln.

  • Bei Hautausschlag, Fieber oder starken Beschwerden nach dem Baden ärztlichen Rat einholen.


Wer diese Hinweise beachtet und auf Warnschilder sowie aktuelle Informationen zur Wasserqualität achtet, kann den Badesommer in den meisten Gewässern weiterhin unbeschwert genießen.

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