Gesundheit
Bienen- und Wespenstiche: Was sofort hilft – und wann es gefährlich wird
Kühlen, Hitze oder doch eine Salbe? Nach einem Insektenstich kommt es auf die richtige Reaktion an. Bei einem Bienenstich kann sogar eine Kreditkarte zum Erste-Hilfe-Werkzeug werden.
Ein farbenfrohes Kleid wie bei Moderatorin Andrea Kiewel im ZDF-„Fernsehgarten“, ein süßes Stück Kuchen oder ein offenes Getränk: Auch im ausgehenden Sommer lassen Bienen und Wespen nicht lange auf sich warten. Wer die Tiere hektisch verscheucht, riskiert schnell einen Stich – und der kann ordentlich schmerzen.
Dann stellt sich zunächst die Frage: War es eine Biene oder eine Wespe?
Bienen- und Wespenstiche: So erkennen Sie den Unterschied
Steckt nach dem Stich noch ein Stachel mit einem kleinen Säckchen in der Einstichstelle, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Bienenstich. Wespen hinterlassen dagegen keinen Stachel.
Den festsitzenden Bienenstachel entfernt man laut Stiftung Gesundheitswissen am besten mit einer Kreditkarte oder einem ähnlichen Gegenstand. Der Stachel sollte vorsichtig abgeschabt und nicht herausgezogen werden.
Wichtig ist dabei, keinen Druck auszuüben. Sonst könnte noch mehr Gift in die Wunde gelangen.
Bienen- und Wespenstiche richtig versorgen: Bloß nicht kratzen
Ist der Stachel entfernt, sollte die Einstichstelle gereinigt und, wenn möglich, desinfiziert werden. Danach ist Disziplin gefragt: Auch wenn es juckt, sollte man nicht kratzen.
Denn dadurch kann sich die Stichwunde entzünden. Bei starkem Juckreiz können spezielle Salben, Gele oder Pflaster aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt helfen.
Kühlen lindert Schmerzen und Schwellung
Nach einem Bienen- oder Wespenstich wird häufig zum Kühlen geraten – und das zu Recht. Dadurch können Schmerzen gelindert und die Schwellung begrenzt werden.
Die Stiftung Gesundheitswissen empfiehlt dafür kaltes Wasser oder Eiswürfel. Auch mit Gel gefüllte Kühlpacks, die im Kühlschrank bereitliegen, können eingesetzt werden.
Zu kalt sollte es allerdings nicht werden. Eiswürfel und Kühlpacks dürfen deshalb nicht direkt auf die Haut gelegt werden. Sonst drohen zusätzlich zum Insektenstich Kälteschäden.
Warum zunächst auch Hitze helfen kann
Die Zeitschrift „Öko-Test“ nennt noch eine andere Möglichkeit: Direkt nach dem Stich kann zunächst Wärme helfen. Genauer gesagt geht es um Temperaturen von mehr als 50 Grad.
Dadurch können die Eiweißmoleküle im Insektengift zersetzt und die Wirkung des Giftes gelindert werden. Möglich ist das etwa mit einem elektrischen Stichheiler, dem heißen Boden einer Kaffeetasse oder heißem Wasser.
Je schneller die Wärme nach dem Stich angewendet wird, desto besser. Die Hitze darf allerdings nur kurz einwirken, damit es nicht zu Verbrennungen kommt.
Bienen- und Wespenstiche: In diesen Fällen sofort den Notruf wählen
Gefährlich kann ein Insektenstich werden, wenn eine Biene oder Wespe im Mund oder am Hals zugestochen hat. Schleimhäute oder Zunge können stark anschwellen, dadurch droht Atemnot.
Die Stiftung Gesundheitswissen rät in solchen Fällen, sofort den Notruf zu wählen. Bis der Rettungsdienst eintrifft, können Betroffene Eis oder Eiswürfel lutschen. Das kann die Schwellung aufhalten.
Schnelles Handeln ist auch bei einer sogenannten Anaphylaxie nötig. Dabei handelt es sich um eine akute allergische Reaktion.
Sie kann sich unter anderem durch Atemnot, Schwindel, Herzrasen, Übelkeit oder Bewusstlosigkeit bemerkbar machen. Laut Allergieinformationsdienst kann eine solche Reaktion bereits innerhalb von Minuten nach dem Stich und damit dem Kontakt mit dem Allergen auftreten.
Wer diese Beschwerden bei sich oder anderen nach einem Stich bemerkt, sollte ebenfalls den Notruf wählen. Menschen mit bereits bekannter Allergie sollten ihr Notfallset nicht vergessen.
Moderatorin Andrea Kiewel hat ihren Insektenstich vor laufender Kamera übrigens gut überstanden. In einer Instagram-Story gab der „Fernsehgarten“ anschließend Entwarnung. (dpa/mp)
Sie sind bereits M+ Abonnement?