Familie

Pflegegeld kann gekürzt werden: Wann Beratung Pflicht ist

Pflegeberatung: Eine Person bespricht Unterlagen mit einem älteren Menschen am Tisch.
Orientierung im Dschungel der Pflegeleistungen: Nach einer Beratung haben Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mehr Klarheit.

Umbau, Entlastung, Demenz, Pflegegeld: Wer einen Angehörigen pflegt oder selbst Unterstützung braucht, hat oft viele Fragen. Eine Pflegeberatung kann helfen – und kostet Betroffene nichts.

Wie lässt sich ein Badezimmer barrierefrei umbauen? Wie kann eine Tochter entlastet werden, die einen Großteil der Pflege übernimmt? Pflegebedürftige und ihre Angehörigen fühlen sich bei solchen Fragen schnell überfordert.

Hilfe gibt es bei einer professionellen Pflegeberatung. Was viele nicht wissen: Diese Angebote sind für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen kostenlos, wie das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) erklärt. Die Kosten übernimmt die Pflegekasse.

Pflegeberatung: Hier finden Betroffene passende Angebote

Wie die Pflegeberatung organisiert ist, kann sich regional unterscheiden. Angebote gibt es laut ZQP unter anderem bei Pflegekassen, privaten Pflegeversicherungen, Pflegestützpunkten, Wohlfahrtsverbänden und Kommunen.

Neben allgemeinen Beratungen existieren auch Angebote zu bestimmten Themen. Dazu gehören etwa der Umgang mit Demenz oder Fragen rund ums Wohnen.

MOPO bei Google bevorzugen

Wer bei Google nach aktuellen Themen sucht, sieht neben den Suchergebnissen oft auch eine Box mit Schlagzeilen. Wenn Sie MOPO.de als bevorzugte Quelle hinterlegen, erscheinen unsere Inhalte häufiger in dieser Schlagzeilen-Box – verlässlicher Lokaljournalismus, aktuelle Nachrichten und wichtige Themen aus Hamburg direkt in Ihrem Überblick.

Hier MOPO.de als bevorzugte Quelle einstellen.

Passende Angebote lassen sich unter anderem über eine Datenbank des ZQP suchen.

Das dürfen Betroffene von einem guten Angebot erwarten

Eine gute Pflegeberatung richtet sich nach der individuellen Lebenssituation der pflegebedürftigen Person und ihrer Angehörigen. Bedürfnisse und persönliche Wünsche sollen dabei berücksichtigt werden.

Der Berater oder die Beraterin zeigt mögliche Wege und Angebote auf. Welche davon genutzt werden, entscheidet die pflegebedürftige Person anschließend selbstbestimmt, so das ZQP.

So bereiten Sie sich auf den Termin bei der Pflegeberatung vor

Wer ein passendes Beratungsangebot gefunden hat, kann sich auf den Termin vorbereiten. Das hilft dabei, möglichst viel aus dem Gespräch mitzunehmen.

„Ich würde pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen empfehlen, sich vor einer Beratung Notizen zu wichtigen Themen und Fragen zu machen“, sagt ZQP-Pflegeexpertin Daniela Sulmann.

Hilfreich sind dabei etwa folgende Fragen:

  • Wie ist die Pflege derzeit organisiert?

  • Was gelingt dabei gut?

  • Was ist schwierig oder belastet?

  • Wobei wird Unterstützung benötigt?

  • Was soll sich künftig ändern?

Pflegeberatung: Für diese Pflegebedürftigen ist sie Pflicht

In einem bestimmten Fall sind regelmäßige Beratungstermine vorgeschrieben. Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2, die zu Hause leben und ausschließlich Pflegegeld beziehen, müssen sich regelmäßig beraten lassen.

Das gilt also für Menschen, die keinen ambulanten Pflegedienst nutzen. Ziel der Termine ist es, die Qualität der häuslichen Versorgung sicherzustellen, wie der Pflegewegweiser NRW erklärt.

Wer Termine verpasst, riskiert weniger Pflegegeld

Die verpflichtende Pflegeberatung soll einmal pro Halbjahr stattfinden. In der Regel kommt dafür ein ambulanter Pflegedienst zu den Pflegebedürftigen nach Hause.

Wer diese Termine nicht wahrnimmt, muss mit einer Kürzung des Pflegegeldes rechnen.

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 4 oder 5, die zu Hause leben, können zusätzlich freiwillig einmal pro Vierteljahr eine weitere Beratung in Anspruch nehmen. (dpa/mp)

Kommentare öffnen