Klassenfahrt: Wenn Kinder Regeln brechen, kann es für Eltern teuer werden
Auf Klassenfahrt gibt es nicht nur Abenteuer, sondern auch klare Regeln. Hält sich ein Kind gar nicht daran, kann der Trip vorzeitig enden – und Eltern müssen im Extremfall selbst für die Abholung zahlen.
Vor einer Klassenfahrt müssen Eltern oft eine Erklärung unterschreiben. Darin steht in der Regel, dass sie ihr Kind im Extremfall auf eigene Kosten abholen, wenn es auf der Fahrt zu großen Problemen kommt.
Das bedeutet: Melden die Lehrkräfte, dass es mit einem Kind gar nicht klappt, kann die Klassenfahrt für den Jungen oder das Mädchen vorzeitig enden. Für die Eltern kann das teuer werden.
Klassenfahrt-Regeln: Abholung ist der äußerste Notfall
In der Praxis scheint das allerdings eher selten vorzukommen. Svenja Telle, Grundschullehrerin in Wolfsburg und Vorstandsmitglied im Grundschulverband, sagt, dass sie in ihrer bisherigen Zeit an der Grundschule noch nie erlebt habe, dass ein Kind deshalb abgeholt werden musste.
Trotzdem kann es auf Klassenfahrten natürlich Konflikte geben. Ganz ausschließen lasse sich das nicht.
Diese Kinder haben oft mehr Probleme
„Oft haben diejenigen Probleme, sich an die Regeln zu halten, die auch in der Schule damit Schwierigkeiten haben“, sagt die Lehrerin. Zwingend sei das aber nicht immer so.
Manchmal könne gerade das andere Setting sogar helfen, dass es gut läuft. Dann funktioniert auf der Klassenfahrt manches besser als im normalen Schulalltag.
Klassenfahrt-Regeln: Lehrkräfte reagieren wie in der Schule
Wenn es Schwierigkeiten gibt, versuchen Lehrerinnen und Lehrer laut Telle im Grunde das Gleiche wie sonst auch. Sie fordern das Einhalten der Regeln ein und suchen das Gespräch mit den Kindern.
Damit soll die Situation geklärt und das Verhalten wieder in geordnete Bahnen gelenkt werden. Erst wenn das gar nicht gelingt, kann eine Abholung zum Thema werden.
Eltern sollen schon zu Hause ansetzen
Eltern rät die Pädagogin, Regeln nicht erst vor der Klassenfahrt wichtig zu nehmen. Sinnvoll sei es, schon im Familienalltag klare Regeln zu vereinbaren und diese auch einzufordern.
Wichtig sei außerdem, Kindern zu vermitteln, dass Eltern und Lehrkräfte zusammenarbeiten und miteinander im Austausch stehen. Das gebe Verlässlichkeit und Struktur.
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Am Ende lernen Kinder dadurch auch, Verantwortung für ihr eigenes Verhalten zu übernehmen. (dpa/mp)
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