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30 Sekunden, bis es donnert? Warum Sie dann sofort Schutz suchen sollten

Blitze schlagen über den Hamburger Landungsbrücken und dem Hafen während eines Sommergewitters ein.
Blitze schlagen während eines Sommergewitters über den Landungsbrücken ein. (Archivbild)

30 Sekunden zwischen Blitz und Donner? Viele denken, das Gewitter sei dann noch weit entfernt. Doch der Schein trügt. Warum Sie schleunigst Schutz suchen sollten.

Ein Blitz zuckt über den Himmel, der Donner kommt erst viele Sekunden später. Für manche klingt das noch weit weg. Warum also schon Schutz suchen, wenn zwischen Blitz und Donner nicht mehr als 30 Sekunden liegen?

Genau darum geht es bei der sogenannten 30-30-Regel. Sie ist eine einfache Faustregel für Gewitter – und sie ist bewusst vorsichtig.

Was bedeutet die 30-30-Regel bei Gewitter?

Die Regel besteht aus zwei Teilen.

Erstens: Wenn zwischen Blitz und Donner 30 Sekunden oder weniger liegen, sollte man sofort Schutz suchen. Dann ist das Gewitter nah genug, um gefährlich zu werden.

Zweitens: Nach dem letzten Donner sollte man mindestens 30 Minuten warten, bevor man wieder ins Freie geht.

Die Rechnung dahinter ist einfach: Licht sieht man praktisch sofort. Der Schall des Donners braucht deutlich länger. Grob gilt: Drei Sekunden zwischen Blitz und Donner entsprechen etwa einem Kilometer Entfernung. Bei 30 Sekunden ist der Blitz also ungefähr zehn Kilometer entfernt. Zehn Kilometer klingen zunächst viel. Bei Gewitter ist das aber keine sichere Entfernung.

30-30-Regel: Warum schon bei 30 Sekunden Schutz suchen?

Der entscheidende Punkt ist: Blitze schlagen nicht nur dort ein, wo es gerade stark regnet. Sie können auch mehrere Kilometer entfernt vom eigentlichen Gewitter niedergehen. Gerade deshalb ist es gefährlich, draußen zu bleiben, nur weil das Unwetter noch nicht direkt über einem steht.

Hinzu kommt: Gewitter können sich schnell verlagern. Wer erst dann reagiert, wenn Blitz und Donner unmittelbar aufeinanderfolgen, hat oft keine Zeit mehr, einen sicheren Ort zu erreichen. Besonders riskant ist das auf freien Flächen, beim Baden, auf dem Fahrrad, im Park, auf Sportplätzen, am Strand, auf dem Deich oder im Garten.

Die 30 Sekunden sind deshalb keine Panikgrenze, sondern eine Sicherheitsgrenze. Sie sollen dafür sorgen, dass Menschen rechtzeitig in ein festes Gebäude oder in ein geschlossenes Auto kommen.

Was ist ein sicherer Schutzort bei Gewitter?

Am sichersten ist ein festes Gebäude. Auch ein geschlossenes Auto mit Metallkarosserie kann Schutz bieten. Fenster sollten geschlossen bleiben, Metallteile möglichst nicht berührt werden.

Nicht sicher sind Bäume, offene Unterstände, Pavillons, Bushäuschen ohne geschlossene Konstruktion, Fahrräder, Motorräder, Wasserflächen oder freie Felder. Auch ein einzelner Baum ist kein Schutz, sondern ein Risiko.

Wer im Freien überrascht wird und keinen sicheren Ort mehr erreicht, sollte sich klein machen, in die Hocke gehen, die Füße eng zusammenstellen und möglichst wenig Kontakt zum Boden haben. Flach hinlegen sollte man sich nicht.

Warum 30 Minuten nach dem letzten Donner warten?

Auch der zweite Teil der Regel ist wichtig. Viele Menschen gehen zu früh wieder raus, sobald der Regen nachlässt oder der Himmel heller wird. Doch das kann täuschen.

Ein Gewitter ist nicht automatisch vorbei, nur weil es kurz ruhiger wirkt. Einzelne Blitze können noch auftreten, obwohl der stärkste Teil der Gewitterzelle bereits weitergezogen ist. Außerdem kann sich eine neue Zelle in der Nähe bilden oder das Gewitter erneut aufflammen.

Deshalb gilt: Erst wenn 30 Minuten lang kein Donner mehr zu hören war, ist das Risiko deutlich gesunken. Diese Wartezeit verhindert, dass Menschen zu früh wieder auf den Balkon, in den Garten, auf den Sportplatz oder ins Freibad gehen.

Was heißt das im Alltag?

Wer draußen ist, sollte bei Gewitter nicht erst auf Starkregen warten. Schon Donnergrollen ist ein Warnsignal. Wer den Donner hört, ist grundsätzlich nah genug am Gewitter, um gefährdet zu sein.

Praktisch heißt das: Beim ersten Blitz zählen. Kommt der Donner nach 30 Sekunden oder weniger, sofort rein. Nicht noch schnell den Rasen fertigmähen, nicht noch die Runde zu Ende joggen, nicht noch das Bad im See beenden. Schutz suchen.

Und danach gilt: Geduld haben. Auch wenn das Gewitter vorbei zu sein scheint, erst 30 Minuten nach dem letzten Donner wieder raus.

Die wichtigste Faustregel

Bei Gewitter ist nicht entscheidend, ob es schon direkt über einem kracht. Entscheidend ist, ob Blitze in Reichweite sind. Die 30-30-Regel hilft, diese Gefahr einfach einzuschätzen: 30 Sekunden oder weniger zwischen Blitz und Donner – sofort Schutz suchen. 30 Minuten nach dem letzten Donner – erst dann wieder ins Freie.

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