Foto: Felix Herkenrath

Vom Neustart zum Halbmarathon: Wie ich mich selbst wieder zum Laufen gebracht habe

Es war kein großer Bruch. Kein Ereignis, das alles verändert hat. Eher ein schleichender Prozess. Sport war irgendwann einfach weg. Früher fester Bestandteil meines Alltags, gerade der Ausdauersport. Laufen, auspowern, Kopf frei bekommen. Und dann kam der Job, Termine, Alltag. Stück für Stück wurde es weniger, bis irgendwann nichts mehr übrig war. Und trotzdem blieb dieses Gefühl, dass genau da etwas fehlt. Nicht dramatisch. Aber spürbar.

Die Frage war nur: Wie fängt man wieder an?

Die Suche nach dem Einstieg

Ich wusste relativ schnell, dass ich nicht einfach wieder loslaufen will wie früher. Zu oft schon gemacht, zu oft wieder aufgehört. Dieses Mal sollte es anders sein. Klarer. Strukturierter. Nachhaltiger.
Mein Ziel war schnell gesetzt: der Berliner Halbmarathon.

Ein Ziel, das groß genug ist, um zu motivieren. Und gleichzeitig weit genug weg, um Respekt einzuflößen. Der entscheidende Unterschied kam mit Jeffrey, der als Instructor für den Fitness- und Wellnessanbieter Peloton tätig ist. Nicht, weil er mir einfach einen Trainingsplan gegeben hat. Sondern weil er mir einen anderen Blick auf Training vermittelt hat.

Mehr als nur Laufen

Was ich vorher kannte, war simpel: laufen, laufen, laufen. Long Run, bisschen Tempo, vielleicht mal Intervalle. Mehr nicht. Was dann kam, war etwas komplett anderes. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Strecke und Zeit. Sondern um den ganzen Körper. Krafttraining, Mobility, gezielte Erholung. Unterschiedliche Einheiten, die ineinandergreifen. Training wurde zu einem System. Ich habe mit der Peloton App trainiert, Sessions kombiniert, Dinge ausprobiert, die ich vorher komplett ignoriert hatte. Und gemerkt, wie sich mein Körper verändert. Nicht nur fitter, sondern stabiler. Belastbarer. Klarer.

Der Aha-Moment: Mehr ist nicht besser

Der größte Denkfehler, den ich selbst lange hatte, wurde mir relativ schnell bewusst. Mehr bringt nicht automatisch mehr. Einfach nur Kilometer sammeln führt irgendwann ins Leere. Der Körper gewöhnt sich daran, stagniert oder reagiert irgendwann mit Überlastung. Fortschritt entsteht erst dann, wenn man ihm neue Reize gibt. Und ihm gleichzeitig Zeit lässt, sich zu erholen. Genau diese Balance hat den Unterschied gemacht. Auf einmal ging es nicht mehr darum, möglichst viel zu machen. Sondern das Richtige.

Wie aus Training Routine wurde

Am Anfang ist alles noch ein bisschen holprig. Man muss sich überwinden, sich Zeit nehmen, Dinge umstellen. Aber irgendwann kippt es. Training wird Teil des Tages. Kein zusätzlicher Termin mehr, sondern etwas, das dazugehört. So wie Kaffee am Morgen oder der erste Blick ins Postfach.

Ich habe angefangen, mir feste Zeitfenster zu setzen. Nicht perfekt, nicht immer gleich, aber konstant. Und genau diese Konstanz hat am Ende den Unterschied gemacht. Nicht die einzelne Einheit. Sondern das Dranbleiben.

Berlin wird real

Und dann kommt der Punkt, an dem aus einem Ziel Realität wird. Schon bei der Anmeldung auf dem Tempelhofer Feld wird klar, was da eigentlich passiert. Tausende Menschen, alle mit dem gleichen Ziel. Diese Mischung aus Nervosität und Vorfreude, die in der Luft liegt.

Plötzlich ist es nicht mehr nur ein Plan. Es ist real. Am Start selbst war es dann überraschend ruhig im Kopf. Kein Chaos, kein Zweifel. Eher so etwas wie Vertrauen. In den eigenen Körper, in die Vorbereitung, in das, was man sich über Wochen aufgebaut hat.

Der Moment, den man nicht vergisst

Der Lauf selbst passiert fast wie im Tunnel. Kilometer für Kilometer. Menschen am Rand, die anfeuern. Die Stadt, die einen trägt. Und irgendwo dazwischen merkt man, dass man das wirklich schafft. Und dann kommt dieser Moment. Es ist schwer zu erklären, wenn man es nicht erlebt hat. Eine Mischung aus Erleichterung, Stolz und diesem klaren Gedanken: Das habe ich gerade wirklich gemacht. Genau dafür hat sich alles gelohnt.

Was bleibt

Am Ende geht es nicht um die Zeit. Nicht um Pace. Nicht um perfekte Trainingspläne. Es geht darum, wieder anzufangen. Nicht perfekt vorbereitet zu sein. Nicht alles zu wissen. Sondern einfach loszugehen. Den ersten Schritt zu machen und dann noch einen. Drei Minuten laufen sind ein Anfang. Zehn Minuten sind ein Fortschritt. Alles andere kommt danach. Der Unterschied ist nicht, wie schnell man läuft. Sondern dass man überhaupt wieder losläuft.

Wer tiefer in diese Reise eintauchen will, bekommt in der aktuellen Folge des „Zweite Luft“-Podcasts die volle Dosis Motivation. Gemeinsam mit Jeffrey geht es dort nicht nur um Trainingspläne, sondern vor allem um Mindset, Routinen und die Frage, wie man sich selbst wieder in Bewegung bringt. Die Folge liefert genau die Energie, die es manchmal braucht, um den ersten Schritt zu machen oder dranzubleiben. Wer sich also gerade fragt, wie der eigene Einstieg aussehen kann, sollte reinhören und sich genau dort die Portion Antrieb holen, die den Unterschied macht.

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