Vom Dackel bis zur blauen Linie: Vier Geschichten aus 40 Jahren Haspa Marathon
Der Haspa Marathon Hamburg wird 40 Jahre alt und mit ihm unzählige Geschichten. Große sportliche Leistungen, kuriose Momente, emotionale Traditionen und Menschen, die den Marathon Jahr für Jahr möglich machen. Vier davon erzählen wir heute.
Toni: Hamburgs wohl ungewöhnlichster Marathonläufer
Von 1987 bis 1989 schrieb ein ganz besonderer Teilnehmer Hamburger Marathon-Geschichte: Toni, ein kleiner Dackel-Mischling.
Mit eigener Startnummer, Medaille und einer beeindruckenden Zeit von 3:36 Stunden lief Toni die komplette Distanz von 42,195 Kilometern. Insgesamt absolvierte der Vierbeiner mehr als 20 Marathons und hätte laut seinem Besitzer sogar noch schneller laufen können. Das Problem sei eher gewesen, dass sein Herrchen ab Kilometer 30 nicht mehr mithalten konnte.
1989 endete Tonis Marathon-Karriere jedoch abrupt. Nachdem der Dackel gemeinsam mit seinem Team in der Wertung vor anderen Läufern auftauchte, legten diese Protest ein. Kurz darauf wurden Tiere offiziell von der Teilnahme ausgeschlossen. Toni bleibt dennoch eine echte Hamburger Marathon-Legende und eine der kuriosesten Geschichten in 40 Jahren Haspa Marathon Hamburg.
Kilometer 39: Der Haspa Cheering Point – Motivation für die letzten Meter
Wenn die Beine schwer werden und das Ziel langsam näher rückt, wartet am Harvestehuder Weg ein ganz besonderer Moment: der Haspa Cheering Point bei Kilometer 39.
Direkt am Alsterpark sorgt ein DJ mit mitreißenden Beats für Stimmung in der entscheidenden Phase des Rennens. Fans, Familien und das Haspa-Team feuern die Läuferinnen und Läufer lautstark an und geben ihnen den entscheidenden Push für die letzten Kilometer. Am Coffee Bike können sich Zuschauer stärken und gemeinsam die Energie hochhalten. Kilometer 39 wird so zum emotionalen Endspurt-Highlight – genau der richtige Schub für die letzten Meter Richtung Ziel.
Das „Anglasen“: Hamburgs maritimer Startschuss
Während bei vielen Marathons ein Startschuss fällt, beginnt der Haspa Marathon Hamburg traditionell mit einem besonderen Ritual: dem „Anglasen“. Seit 2008 wird der Marathon durch das Läuten einer Schiffsglocke gestartet. Hintergrund war ein Waffenverbot auf der Reeperbahn, nachdem der Start dorthin verlegt wurde. Statt Pistole setzte man auf eine maritime Hamburger Tradition – und schuf damit ein unverwechselbares Ritual.
Prominente Gäste, Politiker oder Vertreter der Hamburger Sparkasse übernehmen traditionell diese Aufgabe. So glasen bereits seit mehreren Jahren Hamburgs Sportsenator Andy Grote und Haspa-Vorstand Jürgen Marquardt den Marathon an.
Der 40. Haspa Marathon Hamburg findet am 26. April 2026 statt. Der Start befindet sich im Bereich Karolinenstraße/Holstenglacis. Der Lauf gilt als schnelle Strecke und lockt jedes Jahr zehntausende Teilnehmer und hunderttausende Zuschauer in die Stadt.
Der Mann hinter der blauen Linie
Sie ist das Symbol des Haspa Marathon Hamburg: die blaue Linie auf der Straße. Sie zeigt den Läuferinnen und Läufern den perfekten Weg über exakt 42,195 Kilometer.
Hinter dieser Linie steht seit Jahrzehnten Wolfgang „Wolle“ Timm. Mit großer Präzision vermisst er jedes Jahr die Strecke und zieht die Linie mit Millimeterarbeit auf den Asphalt. Erfahrung, Genauigkeit und viel Herzblut sind dabei gefragt. Für viele Läuferinnen und Läufer ist die blaue Linie Orientierung, Motivation und Symbol zugleich. Und ohne Wolfgang „Wolle“ Timm würde sie nicht existieren.
40 Jahre Haspa Marathon Hamburg – 40 Geschichten
Weitere besondere Momente aus vier Jahrzehnten Marathon-Geschichte folgen in den kommenden Tagen auf MOPO.de.
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